Wirtschaft

Liveticker Zypern: +++ 8.45 Uhr Piräus-Bank greift in Zypern zu +++

Der drohende Staatsbankrott Zyperns ist im letzten Moment abgewendet worden. Die Finanzminister der Eurozone gewähren dem Land Finanzhilfen von bis zu zehn Milliarden Euro. Im Gegenzug muss Zypern den Bankensektor umstrukturiert werden, zudem ist ein Abschlag auf Bankguthaben von mehr als 100.000 Euro vorgesehen.

Wir beenden an dieser Stelle den Live-Ticker. Verfolgen Sie die aktuellen Ereignisse auf n-tv-de.

+++ 8.45 Uhr Piräus-Bank greift in Zypern zu +++
Die griechische Piraeus-Bank will bis Dienstagmittag die Geschäfte der zyprischen Banken in Griechenland übernehmen. Am Freitag hatte der griechische Bankenrettungs-Fonds die Piräus-Bank ausgewählt, um die griechischen Geschäfte der Bank of Cyprus, der zyprischen Volksbank und möglicherweise der Hellenischen Bank zu übernehmen. Auf zyprische Banken entfallen acht Prozent der Bankeinlagen in Griechenland und zehn Prozent der Kredite. Sie verfügen über etwa 300 Filialen in Griechenland.

+++ 6.45 Uhr Arbeitsminister warnt vor Rezession +++
Zyperns Arbeitsminister Harris Georgiades hat nach dem Beschluss des Rettungspaketes für sein Land vor einer stark schrumpfenden Wirtschaft und steigender Arbeitslosigkeit gewarnt. "Dieser einmalige Akt der Korrektur des Bankensystems wird die produktiven Sektoren der Wirtschaft in große Schwierigkeiten bringen, sagte er der "Bild"-Zeitung. Georgiades, der auch zyprischer Vize-Finanzminister ist, sieht in den Eurogruppen-Beschlüssen eine "schwere und schmerzhafte Entscheidung".

+++ 3.00 Uhr Tokioter Börse im Abwärtssog +++
Die Zypern-Krise bleibt in den Köpfen der Anleger. Die Äußerungen des Eurogruppen-Chefs Jeroen Dijsselbloem lassen an der Tokioter Börser die Kurse fallen. Nikkei und Topix verlieren zur Handelsmitte je etwa 0,5 Prozent. Händlern zufolge sind auch Gewinnmitnahmen für die Schwäche verantwortlich.

+++ 23.15 Uhr Finanzminister: Banken öffnen erst Donnerstag +++ Verwirrung in Nikosia: Die zyprischen Banken werden ohne Ausnahme erst am Donnerstag wieder öffnen. Dies gibt der zyprische Finanzminister Michalis Sarris bekannt.

+++ 23.00 Uhr Zentralbank: Banken öffnen Mittwoch +++
Zyperns Banken sollen nun doch nicht wie geplant am morgigen Dienstag öffnen. Wie die Zentralbank des Mittelmeerstaats am späten Abend mitteilt, bleiben alle Banken des Landes bis mindestens Mittwoch geschlossen. Kurz zuvor hatte es geheißen, die meisten Banken sollten am Dienstag nach zehntägiger Zwangspause wieder öffnen.

+++ 22.15 Uhr Zentralbank: "Als wäre nichts geschehen" +++
Beim Neustart des zyprischen Bankensystems sollen für die kleinen Genossenschaftsbanken und ausländischen Banken keine Einschränkungen gelten. "Es gibt keine Einschränkungen für die Banken, die morgen aufmachen", erklärt die Sprecherin der zyprischen Zentralbank, Aliki Stylianou, am Abend. Sie rief alle Kunden auf, sich so zu verhalten, "als wäre nichts geschehen". Sie sollten damit "dem zyprischen Bankensystem das Vertrauen aussprechen".

+++ 21.43 Uhr US-Börsen schließen im Minus +++
Trotz eines in letzter Minute beschossenen Rettungspakets für Zypern bleibt das Schicksal der kleinen Mittelmeerinsel ganz im Fokus der Wall Street. Vor allem Aussagen von Eurogruppe-Chef Jeroen Dijsselbloem geben zu Wochenbeginn die Richtung vor. Die knapp abgewendete Staatspleite Zyperns sorgt zunächst zwar für Erleichterung. Doch dann drücken die Dijsselbloem-Äußerungen, die beschlossene Zypern-Hilfe könne als Mustervorlage für andere Problembanken in Europa dienen, die Kurse in Minus.

+++ 21.02 Uhr Anastasiades spricht zum Volk +++
Kurz vor der Wiedereröffnung eines Großteils zyprischer Banken verspricht Präsident Nikos Anastasiades eine baldige Normalisierung des Zahlungsverkehrs. Die von der zyprischen Notenbank eingeführten Kapitalverkehrskontrollen würden von sehr kurzer Dauer sein und schrittweise gelockert, kündigt der konservative Politiker in einer Fernsehansprache an. Anastasiades verteidigt zudem das Rettungspaket, das er mit den internationalen Partnern in der Nacht zum Montag ausgehandelt hatte. "Die erreichte Vereinbarung ist hart, aber unter den Umständen die beste, die wir erzielen konnten."

+++ 20.34 Uhr Wall Street gibt nach +++
Die Erleichterung über die Rettung Zyperns währt auch an den New Yorker Aktienmärkten nur kurz. Wie bereits zuvor in Europa trennen sich die Anleger auch in den USA vor allem von Finanztiteln. Analysten sehen die Details des in der Nacht geschmiedeten Hilfspakets für die Mittelmeerinsel skeptisch. Die Vereinbarung kostet einer zyprischen Bank die Existenz und einer anderen ihre Größe. Zudem kursieren wirkt eine zumindest missverständliche Einschätzung von Euro-Gruppen-Chef Dijsselbloem nach, derzufolge die Zypern-Hilfe als Vorlage für den Rest der Eurozone verstanden werden könnte. Dijsselbloem bemüht sich unterdessen um Klarstellung.

+++ 20.06 Uhr Dijsselbloem rudert zurück +++
Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem versucht, seine Äußerungen über eine künftige Beteiligung von Konteninhabern an der Rettung von Banken ins rechte Licht zu rücken. In einem Interview hatte der Niederländer zuvor an den Märkten den Eindruck vermittelt, dass die im Falle Zyperns angewendete Beteiligung von Guthaben über 100.000 Euro ein Beispiel für künftige Rettungsprogramme sein könnte. An den Börsen hatten sich Anleger daraufhin insbesondere von Bank-Aktien getrennt. Am Abend erklärt der Niederländer dazu: "Zypern ist ein spezieller Fall von besonderer Schwierigkeit, der eine Beteiligung von der Art verlangte, wie wir sie gestern beschlossen haben. Makroökonomische Anpassungsprogramme sind auf die Situation des jeweiligen Landes zugeschnitten, Modelle oder Schablonen werden dabei nicht eingesetzt."

+++ 19.13 Uhr EZB hält Zypern Geldhahn offen +++
Nach der Einigung auf ein Rettungspaket für Zypern wird die Europäische Zentralbank den Geldinstituten des Euro-Landes weiter Nothilfen zur Verfügung stellen. Der EZB-Rat habe keine Einwände gegen einen entsprechenden Antrag der zyprischen Notenbank, teilten die Frankfurter Währungshüter mit. Die Entwicklung werde weiter aufmerksam verfolgt. Die EZB forderte die Regierung in Nikosia zudem auf, die Vereinbarungen umzusetzen. Die EZB hatte dem Land vergangene Woche gedroht, dass sie ab Dienstag keine Notkredite (Emergency Liquidity Assistance - ELA) mehr für die maroden Banken zur Verfügung stellt, wenn es nicht zur einer Einigung kommen sollte. Dies hätte zur Pleite der beiden größten zyprischen Institute geführt.

+++ 18.55 Uhr USA fordern mehr Hilfe für Zypern +++
Nach der Einigung auf neue Rettungskonditionen für das hochverschuldete Zypern mahnt Washington zusätzliche Maßnahmen zur Stabilisierung des Landes an. Es sei "wesentlich, die Grundlagen für eine Rückkehr zu Finanzstabilität und Wachstum zu schaffen", teilt das US-Finanzministerium mit. "Wichtig" sei vor allem "der Einsatz der Europäischen Zentralbank bei der Bereitstellung von Liquidität".

+++ 18.03 Uhr Zypern schickt kleine Banken vor +++
Nach der Einigung auf ein Rettungspaket für Zypern werden am Dienstag alle kleineren Genossenschaftsbanken und die drittgrößte zyprische Bank, die Hellenic Bank, wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Nur die Cyprus Popular Bank und die Bank of Cyprus sollen bis Donnerstag weiter geschlossen bleiben, heißt es aus dem Umfeld der zyprischen Zentralbank. Wie es weiter heißt, sollen bis Dienstag auch in Kooperation mit der Europäischen Zentralbank die Einschränkungen definiert werden, die für Kapitaltranfers der angeschlagenen Bank of Cyprus und der Laiki Bank gelten sollen. Im Rahmen des Rettungspaketes wird die Bank of Cyprus verkleinert und die Laiki Bank aufgespalten. Aktionäre, Gläubiger und Kontoinhaber müssen mit Verlusten rechnen.

+++ 17.45 Dax schließt im Minus +++
Die Erleichterung nach der Einigung auf neue Rettungsmodalitäten für Zypern wärt am deutschen Aktienmarkt nur kurz. Unter dem Eindruck einer neuen Wachstumsprognose für Deutschland, schwacher Signale aus den USA und einer scharfen Warnung von Eurogruppen-Chef Dijsselbloem beendet der deutsche Leitindex den ersten Handelstag der Woche 0,51 Prozent tiefer bei 7870,90 Punkten. Der MDax verliert 0,2 Prozent auf 13.340 Zähler. Der TecDax verzeichnet dagegen ein Plus von 0,7 Prozent auf 920 Punkte.

+++ 17.18 Uhr Dijsselbloem warnt Schuldensünder +++
Die Rettung Zyperns über die Restrukturierung seiner Großbanken markiert nach Ansicht von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem einen Einschnitt im Kampf gegen die Schulden- und Bankenkrise in der Eurozone. Zum einen stehe der Fall Zypern Modell für den Umgang mit drohenden Bankpleiten in der Zukunft, erklärte Dijsselbloem in einem Interview. Zum anderen sei klar, dass auch andere Länder mit übergroßem Bankensektor diesen verkleinern müssten. Problembanken wie ihre Heimatländer müssten damit rechnen, in Zukunft "zurückgestoßen" zu werden.

+++ 16.21 Uhr Bundesregierung begrüßt Zypern-Plan +++
Das Rettungspaket für Zypern trifft in Berlin weitgehend auf Zustimmung. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich "sehr zufrieden" mit der Einigung; auch die Fraktionen im Bundestag mit Ausnahme der Linken signalisieren grundsätzlich ihr Einverständnis. Eine Entscheidung wird der Bundestag aber wohl erst nach der Osterpause Mitte April fällen. Die Kanzlerin Merkel spricht mit Blick auf die neuen Hilfskonditionen von einer "gerechten Verteilung der Lasten". Die Banken in Zypern würden nicht vom Steuerzahler gerettet, sondern müssten "sich selber retten".

+++ 14.50 Uhr Zentralbank bestätigt Bankenöffnung +++
Die zyprischen Banken dürfen am Dienstag ihren Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen. Die zyprische Zentralbank in Nikosia bestätigt entsprechende Angaben aus dem Arbeitsministerium. Aufgrund der schweren Finanzkrise des Euro-Landes sind die Kreditinstitute auf Zypern seit zehn Tagen geschlossen.

+++ 14.36 Uhr Zypern will Banken am Dienstag öffnen +++
In Zypern laufen die Vorbereitungen auf eine Wiedereröffnung der heimischen Banken. "Unser Ziel ist es, die Banken so früh wie möglich wieder zu öffnen - und zwar am Dienstag", sagte der zyprische Arbeitsminister Harris Georgiades der "Bild"-Zeitung laut Vorabbericht. "Es wird sicherlich einen gewissen Druck auf die Einlagen geben, aber die Entscheidung der Eurogruppe bietet Stabilität für unser Banken-System. Es wird einige temporäre Beschränkungen geben, wir müssen vor allem das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen."

+++ 14.10 Uhr Zyprische Kirche verliert 100 Mio. Euro +++
Die orthodoxe Kirche Zyperns dürfte nach Schätzungen ihres Erzbischofs Chrysostomos 100 Mio. Euro durch die bevorstehende Zwangsabgabe auf Geldeinlagen in Zypern verlieren. "Die Kirche wird es aber überleben", sagt der Erzbischof in Nikosia. Die Kirche habe in schwierigen Zeiten "sogar die Abendmahlkelche verkauft", um Krisen zu überwinden. Der Erzbischof äußerte sich enttäuscht von der Haltung der EU. "Wir hatten an ein anderes Europa geglaubt", meinte er. Die "großen Starken" hätten sich aber durchgesetzt.

+++ 13.30 Uhr Präsident will sich ans Volk wenden +++
Nach der Rettung Zyperns vor der Staatspleite will sich der zyprische Staatspräsident Nikos Anastasiades am Abend (18:00 MEZ - 19:00 Ortszeit) in einer Ansprache an das zyprische Volk wenden. Das berichten die Staatsmedien. Der Präsident wird am Nachmittag aus Brüssel zurückerwartet.

+++ 12.40 Uhr Putin weist Zypernhilfe doch an +++
Russland will nun doch einen Beitrag zur Rettung des EU-Krisenstaates Zypern leisten. Kremlchef Wladimir Putin habe die Regierung angewiesen, die Bemühungen der Eurogruppe zu unterstützen, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge.

+++ 12.20 Uhr Russland kritisiert Rettungsplan +++
Der russische Ministerpräsident Medwedjew reagiert mit Empörung auf das Rettungspaket für Zypern, das mit massiven Verlusten für ausländische Anleger auf der Mittelmeerinsel verbunden ist. "Meiner Meinung nach geht der Diebstahl von dem, was bereits gestohlen wurde, weiter", sagt Medwedjew vor Regierungsvertretern in Moskau. Nach Vermutung des BND ist Zypern ein Geldwäscheparadies, das mit hohen Zinsen und niedrigen Steuern Anleger  - darunter auch viele Russen - lockt.

Video

+++ 12:00 Uhr Zwangsabgabe beträgt 30 Prozent +++
In Zypern soll auf Bankguthaben von mehr als 100.000 Euro bei der marktführenden Bank of Cyprus eine Zwangsabgabe von "ungefähr 30 Prozent" erhoben werden. Das bestätigte ein Regierungssprecher. Die Erhebung einer Zwangsabgabe wurde in der Nacht in Verhandlungen in Brüssel mit den internationalen Geldgebern vereinbart, um einen Staatsbankrott Zyperns abzuwenden. Die konkrete Ausgestaltung obliegt der zyprischen Regierung.

Laut der Einigung mit den Geldgebern wird die zweitgrößte Bank des Landes, die Popular Bank (oder Laiki-Bank), zerschlagen. Faule Papiere werden in einer Bad Bank angesiedelt, die anderen Guthaben sollen an die Bank of Cyprus überführt werden. Die Guthaben über 100.000 Euro bei der Bank of Cyprus, bei der besonders viele ausländische Kunden - etwa aus Russland - Geld lagern, werden zunächst eingefroren. Sie sollen erst nach der Erhebung der Zwangsabgabe wieder freigegeben werden.

+++ 11:50 Uhr Merkel: Zypern-Lösung tragfähig +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel hält das neue geplante Zypern-Hilfspaket sowohl für die klamme Mittelmeerinsel als auch für die Eurozone für tragfähig. Die Kanzlerin sei sehr froh, dass die Troika, die Eurogruppe und Zypern sich auf einen Rettungsplan geeinigt hätten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Er machte deutlich, dass Merkel die Verhandlungen am Wochenende von Deutschland aus begleitet hat. Sie habe sie sehr eng und aufmerksam verfolgt, sagte Seibert. Die Lösung sei im Interesse Zyperns sowie der Eurozone. Sie setze dort an, wo die Probleme entstanden seien: im Bankensektor.

+++ 11:35 Uhr Bosbach: Zypern noch nicht gerettet +++
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach hat starke Zweifel am Hilfspaket der Euro-Partner für Zypern. "Dass Zypern endgültig gerettet ist, kann ich wirklich nicht erkennen", sagt Bosbach gegenüber n-tv. Zypern habe schon jetzt etwa 90 Prozent des Bruttoinlandsproduktes an Schulden. Hinzu kämen noch die 10 Mrd. Euro aus dem ESM. "Ich fürchte, dass die Schuldentragfähigkeit des Landes damit überschritten ist und mir ist völlig unklar, wie denn dieser Kredit jemals zurückgezahlt werden soll. Dass man sich Zeit gekauft hat, das ist sicherlich richtig. Aber das Zypern endgültig gerettet ist, halte ich für eine mutige Prognose."

+++ 11:20 Uhr Dax über 8000er Marke +++
Am deutschen Aktienmarkt herrscht Erleichterung über die Rettung Zyperns. Der Dax bewegt sich oberhalb der Marke von 8000 Zählern. Auch an den anderen europäischen Börsen gibt es überwiegend Kursgewinne. Für den Euro kommt hingegen trotz der Einigung im Falle Zypern keine große Kursfantasie auf. Die Gemeinschaftswährung bewegt sich um die Marke von 1,30 US-Dollar.

+++ 09:45 Uhr Großanleger verlieren 30 Prozent  +++
Großkunden der Bank of Cyprus müssen sich nach den Worten des Vorsitzenden des Finanzausschusses des zyprischen Parlaments auf herbe Verluste einstellen. Einlagen bei der Bank ab 100.000 Euro würden mit 30 Prozent belastet, sagte Nicholas Papadopoulos. "Ich habe keine formale Ankündigung zum Haircut gehört, aber das ist die Zahl, die ich gehört habe", sagte er im irischen Rundfunk.

+++ 09:15 Uhr Dax startet im Plus +++
Die vorläufige Rettung Zyperns vor dem Staatsbankrott treibt den Dax zur Eröffnung wieder knapp an die Marke von 8000 Punkten heran. Der Leitindex klettert in den ersten Minuten um 1,03 Prozent auf 7992 Punkte nach oben und nimmt damit erneut Kurs auf sein Rekordhoch bei gut 8151 Punkten. Die Eurogruppe hat bei den Verhandlungen um das Hilfspaket für Zypern nach Einschätzung der Commerzbank das Bestmögliche herausgeholt.

+++ 7:40 Uhr Laiki-Bank-Kunden tragen 4 Mrd Euro bei +++
Wohlhabende Kunden der zyprischen Laiki-Bank müssen massiv zur finanziellen Rettung des wankenden Inselstaates beitragen. Wie Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem nach dem nächtlichen Verhandlungsmarathon am frühen Montag erklärte, werden Anleihebesitzer und Kontoinhaber mit mehr als 100.000 Euro Guthaben insgesamt 4,2 Mrd. Euro aufbringen müssen. Für viele bedeutet die Entscheidung einen Totalverlust.

+++ 6:20 Uhr Euro legt nach Einigung kräftig zu +++
Die Einigung auf ein Rettungspaket für Zypern hat dem Euro am Montag in Fernost Auftrieb zum Dollar gegeben. Ein Euro wurde mit 1,3034 Dollar bewertet nach 1,2987 Dollar in New Yorker. Der Dollar wurde mit 94,89 Yen gehandelt nach 94,49 Yen in den USA. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,2245 und zum Dollar mit 0,9393.

+++ 5:40 Uhr Wann öffnen die zyprischen Banken? +++
Laut Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem wird nun zwischen Troika und zyprischer Regierung darüber verhandelt, wann die zyprischen Banken wieder öffnen. Bisher war von Dienstag die Rede gewesen. "Es gibt noch kein festgelegtes Datum", sagte jedoch Dijsselbloem. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte nach der Einigung in Brüssel: "Wir können nun damit anfangen, den Menschen in Zypern beim Wiederaufbau ihrer Wirtschaft zu helfen."

Video

+++ 4:00 Uhr Schäuble "froh" über erreichten Kompromiss +++
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zeigt sich erleichtert über die Einigung auf ein Rettungspaket für Zypern. "Ich bin froh, dass wir jetzt das erreicht haben, was immer unsere Position war", sagte der CDU-Politiker nach einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Eine Rettung Zyperns sei ohne ein Hinzuziehen der beiden größten Banken Zyperns nicht möglich. Von den beiden größten Banken Zyperns soll eine "geschlossen und abgewickelt" werden, sagte Schäuble, ohne Namen zu nennen. Bei der anderen Bank sollten Einlagen über 100.000 Euro eingefroren und gegebenenfalls für eine Rekapitalisierung herangezogen werden.

+++ 3:00 Uhr Dijsselbloem: Zypern-Rettung ohne Abgabe auf Bankeinlagen +++
Die Eurogruppe und Zypern haben sich nach Worten von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem auf ein neues Rettungspaket für das vor der Staatspleite bedrohte Land geeinigt. Das Programm umfasse eine Stabilisierung des zyprischen Finanzsektors mit einer weitgehenden Restrukturierung der beiden größten Banken des Landes, sagte Dijssselbloem in Brüssel nach den Verhandlungen. "Eine Abgabe auf Einlagen kann und wird vermieden werden", ergänzte er. Einlagen unter 100.000 Euro seien ganz außen vor.

+++ 2:15 Uhr Euro-Finanzminister stimmen Rettungspaket zu +++
Bei den Verhandlungen über ein internationales Rettungspaket für das vom Staatsbankrott bedrohte Zypern gibt es eine Einigung. Die Finanzminister der Eurogruppe stimmten laut EU-Diplomaten einem revidierten Rettungspaket zu. Eine erste, vor einer Woche erzielte Einigung auf ein Rettungspaket hatte das Parlament in Nikosia am Dienstag wegen einer umstrittenen Zwangsabgabe auf alle Bankguthaben abgelehnt. Diese sei nun vom Tisch, hieß es.

Video

+++ 1:35 Uhr Steinbrück wirft Merkel Fehler vor +++
SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück wirft Bundeskanzlerin Angela Merkel Fehler im Umgang mit der Zypern-Krise vor. "Es war ein schwerer Fehler, die Kleinsparer ins erste Zypern-Paket einzubeziehen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Damit habe Merkel für Verunsicherung in ganz Europa gesorgt. Steinbrück formulierte zudem Mindestanforderungen für eine Zustimmung seiner Partei im Bundestag zu einem Verhandlungsergebnis: "Die Summe von 5,8 Mrd. Euro muss gebracht werden und es sollten die bezahlen, die jahrelang von den hohen Zinsen und den niedrigen Steuern profitiert haben, das sind nicht Kleinsparer und Rentner."

+++ 1:00 Uhr Zwangsabgabe für alle ist vom Tisch +++
Das neue Rettungspaket für Zypern sieht EU-Kreisen zufolge die Abwicklung der angeschlagenen Laiki-Bank vor. Einlagen bis zu 100.000 Euro seien dabei garantiert, während alle höheren Guthaben verloren gingen, erklärte ein EU-Diplomat am Rande der Treffens der Euro-Finanzminister in Brüssel. Die ursprünglich vereinbarte Zwangsabgabe auf sämtliche Bankeinlagen sei vom Tisch.

+++ 0:45 Uhr Gespräche wohl vor dem Durchbruch +++
Die Verhandlungen über einen revidierten Rettungsplan für das pleitebedrohte Zypern stehen offenbar kurz vor einem Erfolg. Der Weg für eine Einigung sei geebnet, heißt es aus EU-Kreisen nach Verhandlungen zwischen der EU-Spitze und Zyperns Präsident Nikos Anastasiades.

Das Protokoll der Zypern-Krise

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen