Wirtschaft
Rund 190 Delegierte kamen zu der außerordentlichen Hauptversammlung zusammen.
Rund 190 Delegierte kamen zu der außerordentlichen Hauptversammlung zusammen.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach Krisen und Skandalen: ADAC beschließt umfassende Reform

Der ADAC will Vertrauen zurückgewinnen und beschließt eine umfassende Strukturreform. Der Vereinsstatus soll erhalten bleiben, die Schaffung einer Aktiengesellschaft gleichzeitig mehr Transparenz schaffen - und Steuervorteile erhalten.

Ein heftiges Krisenjahr hat der ADAC hinter sich - als Reaktion darauf hat Deutschlands größter Automobilclub nun eine umfassende Strukturreform beschlossen. Zugleich wurde mit August Markl ein neuer Präsident bestimmt - er wird Nachfolger des langjährigen ADAC-Präsidenten Peter Meyer. Als dieser im Zuge der Krise um Fälschungen beim ADAC-Autopreis im Februar das Handtuch geworfen hatte, hatte Markl das Amt bereits kommissarisch übernommen.

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Eine außerordentliche Hauptversammlung billigte einstimmig das Programm "Reform für Vertrauen". Danach will Europas größter Autoclub mit knapp 19 Millionen Mitgliedern ein Verein bleiben und seinen Mitgliedern weiterhin Pannenhilfe und andere Serviceleistungen anbieten. Zugleich will der ADAC seine wirtschaftlichen Aktivitäten in eine Aktiengesellschaft ausgliedern und damit sicherstellen, dass er seinen steuersparenden Vereinsstatus behalten kann.

Der krisengeschüttelte ADAC will sich mit einer umfassenden Strukturreform neu aufstellen und Vertrauen zurückgewinnen. Rund 190 Delegierte kamen in München zu einer außerordentlichen Hauptversammlung zusammen, um über das Programm "Reform für Vertrauen" zu beraten.

Im Kern will Europas größter Autoclub mit knapp 19 Millionen Mitgliedern ein Verein bleiben und an der Pannenhilfe sowie anderen Serviceleistungen für Auto- und Motorradfahrer festhalten. Zugleich will der ADAC für transparente Strukturen seine wirtschaftlichen Aktivitäten in eine Aktiengesellschaft ausgliedern.

Drei-Säulen-Modell soll es bringen

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Nach Bekanntwerden der Fälschungen beim Autopreis "Gelber Engel" im Frühjahr und anderen Enthüllungen wie der zweckwidrigen Nutzung von Rettungshubschraubern war der ADAC in eine tiefe Vertrauenskrise gestürzt. Das Reformprogramm "ist die sehr ambitionierte und ernst gemeinte Anstrengung des gesamten ADAC, sein früheres Ansehen zurückzugewinnen", sagte der im Laufe der Versammlung neu gewählte ADAC-Präsident August Markl zum Auftakt des Treffens.

Die Reform sieht ein Drei-Säulen-Modell vor. Es soll Interessenkonflikte ausräumen und zugleich sicherstellen, dass der Autoclub seinen steuersparenden Vereinsstatus behält. Dieser wird derzeit vom Münchner Amtsgericht geprüft. Neben dem Verein und der separaten Beteiligungsgesellschaft in Form einer Aktiengesellschaft ist als dritte Säule eine gemeinnützige ADAC-Stiftung vorgesehen. Sie soll als Stiftungskapital Anteile an der Aktiengesellschaft und eine Sperrminorität in deren Aufsichtsrat erhalten. Dies soll eine klarere Trennung zwischen Vereinsaktivität und wirtschaftlicher Tätigkeit ermöglichen.

"ADAC ist auf wirtschaftliche Aktivitäten angewiesen"

Zur Sicherung seiner Wettbewerbsfähigkeit sei der ADAC auch künftig auf wirtschaftliche Aktivitäten angewiesen, betonte Markl. "Aber er muss sie stärker vom Verein und seinen Aktivitäten trennen." Die Dauer des Reformprozesses lasse sich nicht absehen, weil die Neugestaltung der rechtlichen Strukturen viel Zeit verlange.

Zu den Aufgaben der Stiftung gehörten die Förderung der Unfallverhütung sowie Themen wie Unfallhilfe und Rettung aus Lebensgefahr, aber auch die entsprechende Forschung dazu, sagte Kurt Heinen, ADAC-Vizepräsident für Tourismus. "ADAC e.V. und ADAC-Stiftung werden sich gegenseitig befruchten und antreiben", sagte Rupert Graf Strachwitz, Mitglied des Beirats, den der Autoclub zur Krisenbewältigung ins Leben gerufen hatte. Mit der Stiftung bekenne sich der ADAC zu seiner Sozialpflichtigkeit und werde einen beträchtlichen Teil der wirtschaftlichen Erträge über die Stiftung für gemeinnützige Zwecke aufwenden, sagte der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, der ebenfalls Mitglied des ADAC-Beirats ist.

Quelle: n-tv.de

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