Dienstag, 02. März 2010
Frisches Geld dringend nötig: AIG will Flieger loswerden
AIG benötigt weitere weitere Geldquellen. Der US-Versicherungskonzern will sich nun von seiner Flugzeug-Leasingsparte ILFC trennen. Dadurch will das angeschlagene Unternehmen bis zu 3,5 Milliarden Dollar in die Kasse bekommen. Allerdings sind die Flugzeugpreise wegen der Krise derzeit sehr niedrig.
Boeing 747
(Foto: REUTERS)
Der schwer angeschlagene US-Versicherer AIG ist weiter auf der Suche nach frischem Geld. Nachdem der staatlich gestützte Konzern seine Asiensparte für 35,5 Milliarden Dollar an den britischen Konkurrenten Prudential verkauft hat, um Schulden beim Steuerzahler zu begleichen, erwägt AIG nun den Verkauf von Flugzeugen. Dadurch sollen bis zu 3,5 Milliarden Dollar in die Kasse kommen, ließ die Flugzeug-Leasingsparte ILFC wissen.
Den möglichen Käufern seien bereits eine Reihe jüngerer Maschinen vorgestellt worden, hieß es. "Wir haben schon einige Gebot erhalten." Problem ist allerdings, dass wegen der Wirtschaftskrise die Preise für Flugzeuge am Boden liegen. Die Fluggesellschaften haben hunderte Maschinen stillgelegt, weil insbesondere Geschäftsleute seltener reisen. Es sei unklar, ob deshalb akzeptable Preise erzielt werden könnten, hieß es. Ein Verlustgeschäft sei sehr wahrscheinlich.
ILFC ist die weltgrößte Flugzeug-Leasingfirma. Sie hat rund 1000 Maschinen an Fluggesellschaften in aller Welt vermietet. Die meisten Kunden sitzen in Europa. Der Buchwert der Flotte liegt bei knapp 44 Milliarden Dollar. ILFC besitzt neben Hunderten Kurz- und Mittelstreckenfliegern auch mehrere teure Langstrecken-Maschinen vom Typ Boeing 747 und Airbus 340.
Weil die Muttergesellschaft AIG sich in der Finanzkrise verspekuliert hatte und vom Staat mit 182 Milliarden Dollar gestützt werden musste, kommt auch die Tochter nur noch schwer an frisches Geld. Kreditgeber misstrauen dem Unternehmen. Der Staat müsste dem Verkauf der Flugzeuge allerdings zustimmen. Auch der Verkauf der gesamten Sparte steht zur Debatte.
wne/dpa
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