Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Der Tanz um Vodafone: AT&T hält erst einmal still

Klare Ansage von AT&T an die britische Übernahmekommission: Die Elefantenhochzeit im Telekom-Sektor mit Vodafone findet nicht statt. Allerdings lassen sich die Amerikaner eine Hintertür offen.

Die erwartete transatlantische Megafusion im Telekom-Sektor fällt aus. AT&T verzichtet für mindestens sechs Monate darauf, ein Übernahmeangebot für seinen britischen Wettbewerber Vodafone vorzulegen. Das gab der US-Konzern in einer Pflichtmitteilung an die britische Übernahmekommission bekannt.

AT&T reagierte damit auf eine Anfrage der Übernahmekommission und verwies auf die "jüngsten" Spekulationen über einen möglichen Kauf des britischen Konzerns. Mit ihrer Antwort ließen sich die Amerikaner allerdings Zeit, denn solche Berichte kursierten bereits seit November. Demnach sollen die Amerikaner intern an den Vorbereitungen einer Übernahme des britischen Wettbewerbers gearbeitet haben. Warum AT&T es sich nun anders überlegt hat, ließ der Konzern offen.

Ins Rollen gebracht hatte die Übernahmephantasie AT&T-Chef Randall Stephenson. Der Manager hatte vergangenes Jahr Großinvestitionen in Mobilfunknetze angekündigt, und hier war der Gedanke an Vodafone naheliegend. Mit einem Kauf der Briten, die rund zwei Drittel ihres Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Europa erzielen, hätte sich AT&T weniger abhängig vom Heimatmarkt machen können, wo ein harter Wettbewerb tobt.

Europäische Krise belastet Geschäfte

Die Briten waren dort erst jüngst ausgestiegen und hatten ihre 45-Prozent-Beteiligung am US-Mobilfunkbetreiber Verizon Wireless an den einstigen Partner Verizon Communications veräußert. Die nach dem Verizon-Deal übrigbleibende Vodafone hat einen Pro-forma-Wert von rund 110 Milliarden US-Dollar.

In Europa hemmt allerdings derzeit die Wirtschaftskrise massiv die Geschäfte. Außerdem belasten das schwierige regulatorische Klima und ein immer noch intensiver Wettbewerb. Über das vergangene Jahrzehnt haben die Konzerne kräftig Preissetzungsmacht eingebüßt.

Quelle: n-tv.de

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