Wirtschaft
Josef Ackermann.
Josef Ackermann.(Foto: REUTERS)

Problem-Bank sucht Vorsitzenden: Ackermann zieht es nach Zypern

Josef Ackermann steht vor der Rückkehr in die Bankenwelt. Hedgefonds wollen ihn zum Chef-Kontrolleur der Bank of Cyprus machen. Das Finanzinstitut hat in der Zypern-Krise eine zentrale Rolle gespielt.

Josef Ackermann hat in Kürze wohl einen neuen Job. Geht es nach dem Willen von US-Investoren, wird der ehemalige Chef der Deutschen Bank Chef-Kontrolleur der Bank of Cyprus. Das Institut stand im Zuge der Zypern-Krise vor dem Kollaps und wurde wie der gesamte aufgeblähte Finanzsektor des Euro-Landes nur durch das internationale Hilfspaket von zehn Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt.

Im Gegenzug wurden Guthaben in Höhe von mehr als 100.000 Euro mit knapp 50 Prozent zur Sanierung herangezogen. Diese Gelder wurden in Anteile der Bank umgewandelt. Im nächsten Monat sollen die Aktien nach einem Jahr Pause wieder gehandelt werden.

Ackermann gehört zu zehn Kandidaten für den Verwaltungsrat, die von einem der größten Anteilseigner der Bank nominiert wurden. Dabei handelt es sich um den US-Milliardär Wilbur Ross, der eine Gruppe von Investoren vertritt, die rund 17 Prozent der Anteile halten. Unterstützung kommt von Hedgefonds Tyrus Capital, der mit knapp 5 Prozent an der Bank beteiligt ist. Auf der Generalversammlung am 20. November soll Ackermann in das Amt des Chef-Kontrolleurs gewählt werden.

Damit würde Ackermann in die Finanzwirtschaft zurückkehren. Im Jahre 2012 hatte er die Deutsche Bank verlassen. Später wurde er Verwaltungsratspräsident des Versicherers Zurich. Nach dem Selbstmord des Finanzchefs trat er zurück. In einem Abschiedsbrief hatte dieser Ackermann vorgeworfen, er habe "ungebührlichen Druck" ausgeübt. Eine von der Schweizer Finanzmarktaufsicht veranlasste Untersuchung entlastete Ackermann.

Derweil hat die Münchener Staatsanwaltschaft Klage gegen Ackermann eingereicht. Er soll im Fall Leo Kirch vor Gericht falsche Angaben gemacht haben, um Schadenersatzzahlungen der Deutschen Bank an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers zu verhindern. Ob es zum Prozess kommt, ist noch offen. Ackermann weist die Vorwürfe zurück.

Quelle: n-tv.de

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