Wirtschaft
Hainer droht der Fifa - und besänftigt zugleich.
Hainer droht der Fifa - und besänftigt zugleich.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 16. Dezember 2015

Top-Sponsor bis 2030: Adidas probt ein Aufständchen

Lange Zeit schweigt der Sportartikelhersteller Adidas zu den Skandalen beim Weltfußballverband Fifa. Mit markigen Worten mahnt Konzernchef Hainer nun Reformen an und droht mit Ausstieg der Sponsorenarbeit. Doch die Ankündigung fängt er selbst wieder ein.

Im Korruptionsskandal beim Fußball-Weltverband hat Fifa-Topsponsor Adidas müht sich Adidas um ein Bild der Strenge. Ohne die erforderlichen Veränderungen im krisengebeutelten Verband müsste der Konzern "darüber nachdenken, was die Alternativen sind", sagte Vorstandschef Herbert Hainer dem "Handelsblatt". Tatsächlich aber wird es nach seinen Angaben so schnell noch keine Entscheidung geben. Der Vertrag zwischen dem Konzern aus Herzogenaurach und der Fifa läuft bis 2030.

Adidas zählt zu den wichtigsten Geldgebern der Fifa. Bereits Anfang Oktober hatten mehrere Top-Sponsoren den sofortigen Rücktritt von Fifa-Chef Joseph Blatter verlangt. Adidas hatte sich dieser Allianz damals nicht angeschlossen und war dafür kritisiert worden.

Erst kurz vor der letzten Sitzung des Fifa-Exekutivkomitees in Zürich Anfang Dezember hatte der Sportartikelhersteller gemeinsam mit McDonald's, Coca-Cola, Visa und Anheuser-Busch einen "Kulturwandel" gefordert und eine "unabhängige Aufsicht" der Reformbemühungen verlangt. Nun erwartet Hainer jedoch offenbar weitreichende Umstrukturierungen: "Wenn die Fifa es schafft, sich zu reformieren, und da sind sie meines Erachtens auf einem guten Weg, werden wir weitermachen."

Zugleich rechnet nicht damit, dass sein Unternehmen im Zuge der Korruptions-Vorwürfe gegen zahlreiche einstige und aktuelle Spitzenfunktionäre der Fifa - darunter den derzeit gesperrten Präsidenten Joseph Blatter - ins Visier der Ermittler geraten könnte. "Man kann uns nicht für die verbrecherischen Machenschaften der Fifa-Funktionäre verantwortlich machen", sagte er. "Wir haben alle Verträge durchforstet und ich kann guten Gewissens sagen, dass wir sauber sind."

Auch mit der Affäre des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) um die Vergabe der WM 2006 und die dubiose Zahlung des ehemaligen Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus hat der Sportartikel-Hersteller laut Hainer nichts zu tun: "Wir haben uns nichts vorzuwerfen, wir haben auch alle Verträge mit dem DFB geprüft und prüfen lassen."

Quelle: n-tv.de

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