Wirtschaft
Zwei Weltmarken gehen zum Ball: Adidas und Nike (r.) streiten um ein Produktionspatent.
Zwei Weltmarken gehen zum Ball: Adidas und Nike (r.) streiten um ein Produktionspatent.(Foto: dapd)

Patentschlacht in Herzogenaurach: Adidas siegt gegen Nike

Noch ist es nur ein Etappensieg in der ersten Instanz, doch eine einstweilige Verfügung der US-Amerikaner ist damit vom Tisch: Der deutsche Sportschuh-Riese Adidas darf die Produktion und den Verkauf eines neuen Laufschuhs wieder aufnehmen.

Und um ihn hier dreht sich der Streit: Adidas präsentierte den Laufschuh "adizero" bei den Olympischen Spielen in London.
Und um ihn hier dreht sich der Streit: Adidas präsentierte den Laufschuh "adizero" bei den Olympischen Spielen in London.(Foto: adidas.com)

Der Sportartikelhersteller Bei Adidas drückt ein Schuh hat im Streit um Patentrechtsverletzungen bei Schuhen einen wichtigen Sieg gegen den Konkurrenten Nike verdient weniger errungen. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hob eine einstweilige Verfügung gegen Adidas auf, mit der Nike Adidas die Produktion und den Verkauf des Laufschuhs "adizero primeknit" untersagt hatte.

Bei dem Streit der beiden Branchengrößen geht es um eine besondere Technik bei der Produktion von Laufschuhen. Das US-Unternehmen habe keine Patentverletzung glaubhaften machen können, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. "Wir begrüßen die Entscheidung", sagte eine Adidas-Sprecherin.

Bei Nike wurde darauf verwiesen, dass dies nur eine Entscheidung in einem längeren Prozess sei. Eine Berufung gegen das Urteil sei möglich, betonte ein Nike-Sprecher.

Ende August hatte der US-Konzern vorläufig durchgesetzt, dass Adidas den Schuh wegen seiner großen Ähnlichkeit mit Nike-Modellen in Deutschland nicht mehr fertigen und vertreiben darf. Der Marktführer wirft seinem schärfsten Konkurrenten aus Herzogenaurach vor, ein Patent verletzt zu haben.

Klebetechnik aus den 1940er Jahren

Bei den strittigen Schuhen wird eine neue Produktionstechnik verwendet. Sie sind besonders leicht und kommen fast ohne Nähte aus. Das Obermaterial wird aus einem Stück gehäkelt. Normalerweise werden Turnschuhe aus verschiedenen Teilen hergestellt und dann geklebt und vernäht.

Adidas hatte von dem neuen Modell bislang nur gut 2000 Stück produziert, wirtschaftlich geht es also zunächst nur um wenig Geld. Die neue Technik könnte aber perspektivisch an Bedeutung gewinnen.

Adidas wies den Vorwurf der Patentverletzung erneut zurück. Das Unternehmen betonte, gegen das Patent vorzugehen. "Dieser Antrag basiert auf Dokumenten, die belegen, dass die Technologie bereits seit den 1940er Jahren bekannt ist."

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Quelle: n-tv.de

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