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Die Niederlassung der UBS in London: "The biggest fraud in British history".
Die Niederlassung der UBS in London: "The biggest fraud in British history".(Foto: Reuters)

Sieben Jahre Haft für Ex-UBS-Banker: Adoboli muss ins Gefängnis

Im Prozess um milliardenschwere Fehlspekulationen bei der Schweizer Großbank UBS fällt in London das Urteil: Die Richter schicken den früheren UBS-Mitarbeiter Kweku Adoboli für sieben Jahre hinter Gitter. Schuldig im Sinne der Anklage sprechen sie den gefallenen Spekulanten allerdings nur in zwei von sechs Anklagepunkten.

Die Großbank mit 2,3 Mrd. Dollar in die Grütze geritten: Kweko Adoboli hat die UBS schwer erschüttert.
Die Großbank mit 2,3 Mrd. Dollar in die Grütze geritten: Kweko Adoboli hat die UBS schwer erschüttert.(Foto: REUTERS)

Das ungezügelte Spiel mit Milliardenbeträgen endet für einen früheren Mitarbeiter der Schweizer Großbank UBS mit einer langjährigen Freiheitsstrafe.

Der auf schwere Betrugsfälle spezialisierte Gerichtshof Southwark Crown Court verurteilte den 32-jährigen Ex-Händler Kweku Adoboli zu sieben Jahren Haft. Zuvor hatte eine Jury den Mann in zwei Fällen des Betrugs für schuldig befunden. Die Richter folgten der Staatsanwaltschaft in zwei von sechs Anklagepunkten. In vier weiteren Anklagepunkten wurde Adoboli freigesprochen. Der Ex-Banker war neben Betrug auch wegen Bilanzfälschung angeklagt.

Sein Fall wirft nach Ansicht von Beobachtern ein hartes Schlaglicht auf die innere Verfassung international operierender Kreditinstitute: Als junger, aufstrebender Händler hatte Adoboli nach Ansicht der Richter seinen Arbeitgeber in der Londoner Niederlassung der Schweizer Großbank mit risikoreichen Börsengeschäften um insgesamt 2,3 Mrd. US-Dollar (rund 1,8 Mrd. Euro) gebracht.

Der milliardenschwere Verlust hatte das traditionsreiche Geldhaus UBS-Chef lehnt Rücktritt ab erschüttert und erneut ernste Fragen zum Risikomanagement in Großbanken aufgeworfen. Britische Medien sprachen vom "größten Betrugsfall in der britischen Geschichte" ("biggest fraud in British history").

"Dies war kein Verbrechen ohne Opfer"

Adoboli selbst hatte den Betrug bis zuletzt bestritten. Er habe lediglich versucht, zum Wohl der Bank zu arbeiten. Kollegen und Vorgesetzte hätten von den Geschäften, bei denen er das Risikomanagement der Bank umgangen hatte, gewusst.

Ankläger Andrew Penhale sagte, die Geldsumme, die bei den Betrügereien Adobolis im Spiel gewesen sei, sei "atemberaubend, mit großen Auswirkungen für die Bank, aber auch für ihre Angestellten, Anteilseigner und Investoren" gewesen. "Dies war kein Verbrechen ohne Opfer."

Adoboli hatte in dem Verfahren zwar Verluste für die Bank zugegeben, jegliches Fehlverhalten aber bestritten. Nach Angaben des gebürtigen Ghanaers in dem Prozess waren sich dessen Vorgesetzte über seine Aktivitäten voll bewusst und ermutigten ihn demnach sogar, Risiken für die UBS aufzunehmen, um Gewinne für die Bank zu erzielen.

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Quelle: n-tv.de

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