Supermärkte gehen über den TischAhold zieht Schlussstrich bei ICA

Ahold verabschiedet sich von seinem Mehrheitsanteil an der skandinavischen Supermarktkette ICA. Das bringt Milliarden in die Kasse und weckt bei Anlegern die Hoffnung auf Kurspflege. Der neue Eigner reicht einen Teil am Unternehmen gleich weiter und bleibt so etwas flüssiger.
Der niederländische Handelskonzern Ahold verkauft für umgerechnet 2,5 Mrd. Euro die Mehrheit an der schwedischen Supermarktkette ICA. Die 60-Prozent-Beteiligung gehe an den Investor Hakon, teilten die beteiligten Unternehmen mit. Hakon hält bereits ein Paket mit den restlichen 40 Prozent.
Die ICA-Eigentümerstruktur war bislang ungewöhnlich: Zwar hielt Ahold die Mehrheit, aber nur 50 Prozent der Stimmrechte - musste die Macht also mit Hakon teilen. Das passte aus Sicht des Ahold-Managements nicht mehr in die Strategie.
An der Börse kam der Deal bei Ahold-Aktionären gut an: Die Papiere verteuerten sich im Amsterdam um mehr als fünf Prozent. ING-Analyst Marco Gulpers zufolge ging der Kauf "zu einem guten Preis" über die Bühne. Er lobte zudem die Geschwindigkeit, mit der Ahold die Überprüfung seiner Beteiligung abgeschlossen habe. Gulper geht davon aus, dass Ahold die Einnahmen für Aktienrückkäufe nutzen wird.
Neuer Partner
Hakon ist auf Investments im Einzelhandel in Skandinavien und dem Baltikum spezialisiert. Das Unternehmen wird nach der Übernahme seinen Namen in ICA Gruppen ändern. Zudem soll ein Anteil von zehn Prozent an die schwedische Investmentfirma Industrivarden abgegeben werden. Das wird Hakon 2,4 Mrd. schwedische Kronen (279 Mio. Euro) einbringen.
Der Metro -Rivale Ahold hatte zuletzt auch einen Börsengang für ICA erwogen. ICA betreibt Supermärkte in Schweden, Norwegen und den baltischen Staaten.