Mittwoch, 23. Dezember 2009
Schwachpunkt Kundenberatung: Aigner erwägt Gesetz
Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner droht den Banken mit einem Gesetz, um Kunden vor finanziellen Verlusten zu schützen. Alle Geldhäuser sollen künftig einheitliche Beipackzettel für Zertifikate, Versicherungen und andere Finanzprodukte liefern.Diese sollten über tatsächliche Kosten und Risiken aufklären, sagte die CSU-Politikerin der "Süddeutschen Zeitung". "Wenn die Banken die nötigen Informationen verweigern, brauchen wir ein Gesetz."
Bisher bieten dem Blatt zufolge nur zwei Banken solche Beipackzettel an. Durch falsche Beratung verlieren Bundesbürger nach einer Studie der EU-Kommission jedes Jahr bis zu 30 Milliarden Euro. Im Zuge der Finanzkrise haben zehntausende Bürger hohe Summe etwa durch Zertifikate der zusammengebrochenen US-Bank Lehman verloren, die ihnen von Beratern teils als sicher verkauft wurden.
Aigner will zudem, dass Finanzkonzerne für Fehler länger haften. Fehler in Prospekten von Aktien, Fonds oder Zertifikaten sollten künftig statt nach drei erst nach zehn Jahren verjähren. Damit könne der Kunde sich noch zehn Jahre später vor Gericht Geld zurückholen, wenn ihm eine Anlage im Prospekt zu positiv beschrieben worden ist.
wne/DJ
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