Wirtschaft
Die Schulden drücken, der Partner drängt: Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer (M., Archivbild).
Die Schulden drücken, der Partner drängt: Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer (M., Archivbild).(Foto: REUTERS)

Anleger alarmieren die Aufsicht: Air Berlin droht Ärger

Der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger reicht es: Nachdem die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft nun schon zum zweiten Mal ihre Bilanzvorlage verschoben hat, rufen Kritiker nach Konsequenzen. Ein brisanter Verdacht liegt in der Luft.

Anlegerschützer haben einem Bericht der "Berliner Zeitung" zufolge die Finanzaufsicht Bafin aufgefordert, die Fluggesellschaft Air Berlin näher zu untersuchen. Hintergrund ist, dass das Unternehmen bereits zweimal die Veröffentlichung seiner Bilanz für das Geschäftsjahr 2013 verschoben hat. "Air Berlin verstößt hier ganz klar gegen die Berichtspflichten", zitiert das Blatt den Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Michael Kunert.

Es dränge sich der Verdacht auf, dass die Airline ihre Bilanz absichtlich zurückhalte, weil eine akute Insolvenzgefahr bestehe. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sollte Air Berlin mit Strafzahlungen belegen, forderte Kunert der Zeitung zufolge: "Es darf nicht sein, dass dieser Fall ohne Konsequenzen bleibt."

Ungewöhnliche Terminplanung

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft braucht dringend frisches Geld und hatte am Donnerstag zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ihre Bilanzvorlage verschoben - diesmal gleich um mehrere Wochen. Air Berlin arbeite weiter an Maßnahmen für eine Rekapitalisierung, die Eigenkapital und Liquidität des Unternehmens stärken würde, teilte das Unternehmen mit. Welche Rolle die Partner-Airline Etihad dabei spielen soll, ist bislang noch unklar.

Die schnell wachsende Fluggesellschaft aus Abu Dhabi gilt als wichtigster Geldgeber von Air Berlin. Die staatliche Fluglinie aus dem ölreichen Golf-Emirat hält seit 2011 knapp 30 Prozent der Aktien. Beobachter gehen davon aus, dass Etihad faktisch das Sagen hat. Air Berlin ist mit gut 800 Millionen Euro verschuldet und hat sein Eigenkapital längst völlig aufgezehrt. Nun soll die Bilanzpressekonferenz spätestens Ende April stattfinden.

Quelle: n-tv.de

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