Wirtschaft
Video

Harter Preiskampf setzt zu: Air Berlin kassiert Jahresprognose

Air Berlin ist noch immer nicht aus dem Gröbsten raus. Die angeschlagene Fluggesellschaft wird ihre Ergebnisziele nicht erreichen. Air Berlin besitzt kein Kapitalpolster. Nach Lage der Dinge wird das Sanierungsprogramm "Turbine" nicht die geplanten Einsparungen erbringen.

Air Berlin macht der harte Konkurrenzkampf zu schaffen: Zwar flog Deutschlands zweitgrößte Fluglinie im Sommer einen Gewinn ein, doch das Ergebnis blieb hinter den eigenen Erwartungen zurück. "Auch wenn das dritte Quartal ordentlich gelaufen ist, konnten wir unsere Ergebnisziele nicht erreichen", erklärte Unternehmenschef Wolfgang Prock-Schauer. Die Fortschritte bei der Sanierung des Konzerns würden durch den harten Preiskampf zunichte gemacht. "Darüber hinaus werden wir es mit einem schwierigen Winterhalbjahr zu tun haben."

Fluggesellschaften fliegen in der Regel den Großteil ihrer Gewinne in der Hauptreisezeit im Sommer ein. Auch Air Berlin schaffte es in die schwarzen Zahlen, nachdem in den ersten beiden Quartalen noch Verluste zu Buche standen. Das operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich im dritten Quartal um 14 Prozent auf 115,6 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 101 Millionen Euro.

Doch ein Kapitalpolster hat Air Berlin weiterhin nicht. Das Eigenkapital war zum 30. September mit minus 6,1 Millionen Euro negativ, die 312 Millionen Euro an liquiden Mitteln seien jedoch ausreichend, erklärte die Fluggesellschaft.

"Turbine" reicht nicht aus

Nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten hat sich Air Berlin eine Rosskur verordnet, zahlreiche unrentable Strecken wurden gestrichen. Infolge dessen schrumpfte der Umsatz zwischen Juli und September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,5 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Dem rigiden Sparkurs soll jede Zehnte der einst 9000 Stellen zum Opfer fällt. Bislang wurden 562 Stellen abgebaut.

Das Sanierungsprogramm mit der Bezeichnung "Turbine" werde die für 2013 geplanten Einsparungen bringen, doch reiche das nicht aus, sagte Prock-Schauer. Um die vom Markt erwarteten Ergebnisse für 2013 auch nur annähernd zu erreichen, setzt der Air-Berlin-Chef auf Einmaleffekte und sonstige betriebliche Erträge. Was er genau plant, ließ er offen.

In der Vergangenheit hatte Air Berlin Flugzeuge veräußert und sein Vielfliegerprogramm an den Großaktionär Etihad verkauft, um an Geld zu kommen. Bislang wurde Air Berlin von Etihad finanziell über Wasser gehalten. Die aggressiv wachsende Fluglinie aus Abu Dhabi hält knapp 30 Prozent an Air Berlin.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen