Gewinnsprung hilft nicht weiter: Air Berlin zeigt magere Zahlen
Zwar ist das vergangene Quartal für Air Berlin kein schlechtes, doch reichen die Gewinnsteigerungen nicht aus, um die Jahresbilanz ins Positive zu drehen. In den kommenden Monaten soll nun durch den Verkauf des Vielfliegerprogramms gegengesteuert werden. Antworten zum Thema Stellenstreichungen bleibt die Airline weiter schuldig.
Die angeschlagene FluggesellschaftAir Berlin hat im wichtigen Sommerquartal dank eines verbesserten Finanzergebnisseseinen deutlichen Gewinnsprung hingelegt. Unter dem Strich verdiente der Lufthansa-Konkurrentrund 67 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. DerGewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg lediglich um 4,5 Prozent auf 101 MillionenEuro, wie Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft mitteilte. Die Verluste ausdem ersten Halbjahr konnte Air Berlin damit jedoch nicht ausgleichen.
Nun will sich das Unternehmenvon der Mehrheit an seinem Vielfliegerprogramm trennen und so sein Jahresergebnisaufbessern. "Die Transaktion wird im vierten Quartal abgeschlossen", sagteFinanzvorstand Ulf Hüttmeyer. Von dem Verkauf verspricht sich das Management einen"deutlich spürbaren positiven Ergebnisbeitrag". Allerdings müssen dieKartellbehörden dem Vorhaben noch zustimmen.
Vorstandschef Hartmut Mehdornsieht Air Berlin nach jahrelangen Verlusten auf dem richtigen Weg. Die Reise seiallerdings noch nicht beendet. "Unser Ziel bleibt die Rückkehr in die Gewinnzoneim kommenden Jahr", sagte er. Im dritten Quartal hielt Air Berlin den Konzernumsatztrotz eines gekürzten Flugangebots bei knapp 1,4 Milliarden Euro stabil. GestiegeneTreibstoffkosten zehrten die an anderer Stelle erzielten Einsparungen jedoch teilweiseauf.
Der Sommer ist für Fluggesellschaftendie wichtigste Zeit im Jahr. In den Monaten Juli bis September fliegen sie üblicherweiseden Großteil ihrer Gewinne ein. Bei Air Berlin reichten die schwarzen Zahlen jedochnicht aus, um den Verlust aus der ersten Jahreshälfte auszugleichen. Von Januarbis Juni hatte die Gesellschaft einen Nettoverlust von 169 Millionen Euro eingeflogen.Vor Steuern und Zinsen belief sich das Minus sogar auf 178 Millionen Euro.
Die Nettoverschuldung klettertebis Ende September sogar um rund 40 Millionen auf 853 Millionen Euro. Den komplettenQuartalsbericht will das Unternehmen an diesem Donnerstag vorlegen.
Das Unternehmen fliegtseit Jahren in der Verlustzone. Seit 2011 verfolgt das Management deshalb einenharten Schrumpfkurs. Die Streichung unrentabler Strecken und eine Verkleinerungder Flotte sollen das Ergebnis in diesem Jahr um 230 Millionen Euro verbessern.Zudem legt die Gesellschaft ein weiteres Sparprogramm mit dem Namen "Turbine2013" auf. Details dazu hat Air Berlin bisher nicht genannt.
wollte die Gesellschaft nicht kommentieren.
Quelle: n-tv.de

