Wirtschaft
Die Piloten bestreiken Air France bereits seit neun Tagen - zwei Drittel aller Flüge sind ausgefallen.
Die Piloten bestreiken Air France bereits seit neun Tagen - zwei Drittel aller Flüge sind ausgefallen.(Foto: picture alliance / dpa)

Billiglinie vor dem Aus: Air France kapituliert vor Pilotenstreiks

Der Dauer-Streik der Air-France-Piloten zeigt Wirkung: Die Führung der Fluglinie deutet an, auf eine der wichtigsten Forderungen eingehen zu wollen. Der Ausbau der konzerneigenen Billigfluglinie Transavia soll zunächst auf Eis gelegt werden.

Nach anderthalb Wochen Piloten-Streik lenkt die Air-France-Spitze ein und stellt ein Aus der umstrittenen Expansionspläne der Billigtochter Transavia in Aussicht. Das Vorhaben solle zunächst bis Jahresende ausgesetzt werden, sagte der Chef der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air France-KLM, Alexandre de Juniac, dem Radiosender "France Inter". Falls bis dahin keine Einigung erzielt werde, sei das Management verpflichtet, das Projekt abzubrechen.

Der Druck auf den Konzernlenker ist groß: Die Piloten bestreiken die Airline bereits seit neun Tagen - zwei Drittel aller Flüge sind ausgefallen. Die Arbeitsniederlegungen kostet das Unternehmen jeden Tag zehn bis 15 Millionen Euro. Frankreichs Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies hatte bereits gewarnt, dass mit einer Fortführung des Streiks "das Schicksal des Unternehmens auf dem Spiel stehe".

Bis zum Freitag sind noch Ausstände angekündigt. Es wäre der längste Streik in der Geschichte der nach der Lufthansa zweitgrößten europäischen Fluggesellschaft.

Die Gewerkschaften verlangen für die Piloten der Transavia dieselben Verträge wie bei Air France. Zudem befürchten sie, dass mit dem Ausbau der Billig-Airline Arbeitsplätze ins Ausland verlagert sowie Kurz- und Mittelstrecken an das Tochter-Unternehmen übertragen werden. Aus ähnlichen Gründen streikten auch die Piloten der Lufthansa in den vorigen Wochen. Zudem geht es den 5400 Flugzeugführern der Kranich-Linie um die Beibehaltung der bisherigen Frührentenregelung. Seit Ende voriger Woche verhandeln die beiden Tarifparteien wieder.

Quelle: n-tv.de

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