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Trotz schlechterer Geschäfte: Airbus Group überrascht mit Gewinnsprung

Der Luft- und Rüstungskonzern Airbus setzt mehr um und steigert seinen Gewinn. Das Unternehmen sieht sich gut für die Zukunft gerüstet und bestätigt seine Prognose. Die nächste große Herausforderung steht aber schon vor der Tür.

Die Airbus Group ist trotz gestiegener Entwicklungskosten mit einem überraschend hohen Gewinnsprung ins Jahr gestartet. Obwohl das laufende Geschäft weniger Profit abwarf, verdoppelte sich der Überschuss im Jahresvergleich dank günstigerer Währungskurse, Finanzgeschäfte und Neubewertungen nahezu von 227 Millionen auf 439 Millionen Euro. Dies teilte der Mutterkonzern des Flugzeugbauers Airbus in Toulouse mit. Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet.

Einmaleffekte herausgerechnet, sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen jedoch um rund fünf Prozent auf 700 Millionen Euro. Insgesamt steigerte Airbus den Forschungsetat zwischen Januar und März um 18 Prozent auf 727 Millionen Euro. Der Umsatz legte dank der einträglichen Raumfahrt- und Helikoptersparten sowie des stärkeren Verkaufs größerer Flugzeuge um fünf Prozent auf 12,6 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang blieb mit 21,1 Milliarden Euro um mehr als die Hälfte hinter dem starken Jahresauftakt von 2013 zurück, in dem das Unternehmen allerdings besonders viele Großaufträge verbucht hatte.

Kurs halten - trotz Herausforderungen

Für das laufende und kommende Jahr sieht Konzernchef Thomas Enders den paneuropäischen Konzern auf Kurs. "Wir bestätigen unseren Ausblick, doch im verbleibenden Geschäftsjahr stehen noch einige Herausforderungen bevor. Wir werden uns weiterhin stark auf die Umsetzung unserer Programme und unserer verschiedenen Verbesserungs- und Restrukturierungspläne konzentrieren."

Das Unternehmen rechnet weiter damit, dass die Flugzeug-Auslieferungen in etwa auf dem Vorjahresniveau liegen werden. 2013 hatte Airbus 626 Maschinen an die Kunden aus aller Welt übergeben. Zudem sollen mehr Order hereingeholt als Flugzeuge ausgeliefert werden, was für eine anhaltende Dynamik spricht. Der Umsatz soll stabil bleiben, die operative Marge moderat steigen. 2015 soll die Umsatzrendite weiter zwischen 7 und 8 Prozent liegen.

Hoffnungsträger A350

Ende des Jahres dürfte es für Airbus noch einmal spannend werden - denn dann kommt der neue Großraumjet A350 auf den Markt. Der Hoffnungsträger, mit dem der europäische Konzern Boeing mit seiner 787 Paroli bieten will, bewege sich nach mehr als 1.600 Flugteststunden weiter in Richtung Zulassung, erklärte Airbus. Vier der fünf Entwicklungsflugzeuge flögen bereits, die ersten Kundenflugzeuge befänden sich in der Montagelinie. Die Zulassung des A350 soll im dritten Quartal erfolgen.

Die Mischung aus zuversichtlichen Aussagen zu dem wichtigen Zukunftsprojekt, besser als erwarteten Zahlen und bestätigtem Ausblick kommt am Markt sehr gut an. Die im MDax notierte Airbus-Aktie legt zum Mittag um fünf Prozent zu und ist damit der größte Gewinner.

2013 war - nicht nur wegen des Namenswechsels - ein bewegtes Jahr für Airbus. Die Aktionärsstruktur wurde umgekrempelt, die Sanierung der Verteidigungssparte eingeleitet, die Führungsriege neu aufgestellt. Bei Erlösen von gut 59 Milliarden Euro - einen Plus von 5 Prozent - hatte Airbus im vergangenen Jahr eine bereinigte Rendite von 6 Prozent erwirtschaftet, was einem Zuwachs von etwa einem Prozentpunkt entsprach.

Quelle: n-tv.de

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