Wirtschaft
Der Vertrag mit Airbus soll am Mittwoch unterschrieben werden.
Der Vertrag mit Airbus soll am Mittwoch unterschrieben werden.(Foto: dpa)

114 Flugzeuge bestellt: Airbus bekommt Großauftrag aus Teheran

Der Iran muss seine Wirtschaft nach Jahrzehnten der Isolation wieder aufbauen. Davon profitiert auch Airbus. Der Bedarf ist groß, für Flugzeughersteller könnte daher noch viel mehr drin sein.

Das Ende der Iran-Sanktionen beschert dem europäischen Flugzeugbauer Airbus einen Großauftrag: Teheran werde noch in dieser Woche 114 Maschinen von Airbus bestellen, kündigte der iranische Verkehrsminister Abbas Achundi an. Der Vertrag zwischen der Fluggesellschaft Iran Air und dem Airbus-Konzern werde am Mittwoch in Paris unterzeichnet, dem letzten Tag der ersten offiziellen Europa-Visite von Irans Präsident Hassan Ruhani.

Insgesamt brauche sein Land 400 Langstrecken- und 100 Kurzstreckenflieger, sagte Achundi nach Berichten iranischer Medien. Derzeit verfüge der Iran lediglich über 150 einsatzbereite Maschinen, die im Durchschnitt schon 20 Jahre in der Luft seien. Die ersten Maschinen sollen bereits Mitte März übergeben werden.

Vize-Verkehrsminister Asghar Fachrieh Kaschan sprach sogar von bis zu 127 Flugzeugen, die der Iran von Airbus kaufen wolle. Demnach will der Iran 16 Jets des Langstreckenfliegers A350 sowie A320-, A330-, A340- sowie A380-Maschinen bestellen. Kurz vor dem Abschluss stehe bereits der Erwerb von acht A380-Superjumbos, die ab 2019 geliefert würden. Außerdem sei sein Land am Erwerb von mehr als 100 Flugzeugen des US-Konkurrenten Boeing interessiert, sagte Kaschan. Sollte das Land neue A380 bestellen, ginge eine Flaute für Airbus zu Ende – der Flugzeugbauer hat im vergangenen Jahr keine einzige Order für seinen Superjumbo erhalten.

Die iranische Wirtschaft war durch internationale Sanktionen wegen des Atomkonflikts am Boden, die ersten Strafmaßnahmen waren von den USA vor 36 Jahren verhängt worden. Vor einer Woche wurde die Umsetzung des Atomabkommens verkündet und der Großteil der Sanktionen aufgehoben. Damit kann Teheran erstmals wieder neue Flugzeuge auf dem Weltmarkt kaufen.

Flughäfen müssen modernisiert werden

Die Sanktionen hatten auch die zivilen Fluggesellschaften im Iran hart getroffen. Da sie keine Ersatzteile mehr kaufen konnten, galten viele der eingesetzten Maschinen als unsicher. Viele Flugzeuge mussten zuletzt ganz am Boden bleiben.

Die Verhandlungen mit Airbus liefen schon seit zehn Monaten, sagte Achundi. Wegen der Finanzsanktionen habe es jedoch keine Möglichkeit gegeben, die Flugzeuge zu bezahlen. Mit dem US-Konkurrent Boeing, mit dem sich Airbus um die Weltmarktführerschaft streitet, gebe es noch keine vorbereiteten Verträge, sagte Achundi. Das US-Finanzministerium habe noch keine Verhandlungen autorisiert.

Der iranische Markt hat ein gewaltiges Potential. Die Flughäfen müssten für 250 Millionen Dollar (230 Millionen Euro) saniert werden, sagte der Minister. Derzeit seien nur neun von 67 Flughäfen in Betrieb. Im Iran leben 79 Millionen Menschen. Das Land liegt überdies auf der Strecke vieler Interkontinentalverbindungen. In den vergangenen zehn Monaten legte der Luftverkehr bereits um zehn Prozent zu.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen