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Airbus A350: einer der Hingucker auf der ILA,, die ab Freitag auch für Privatbesucher zugänglich ist.
Airbus A350: einer der Hingucker auf der ILA,, die ab Freitag auch für Privatbesucher zugänglich ist.(Foto: picture alliance / dpa)

ILA lockt mit Milliardenaufträgen: Airbus und Boeing im Luftkampf

Bis Sonntag steht am Großflughafen in Berlin nicht die Pannenserie im Vordergrund, sondern die Luft- und Raumfahrtindustrie. Die Branche trifft sich zur ILA und hofft auf volle Orderbücher. Airbus frohlockt bereits.

Auf dem Messegelände am neuen deutschen Hauptstadtflughafen trifft sich zur Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) wieder einmal das "Who is who" der weltweiten Luft- und Raumfahrtindustrie. Während den Schaulustigen rund 300 Fluggeräte präsentiert werden, ziehen die Konzerne hinter den Kulissen Milliardenaufträge an Land. Dabei mischt der europäische Airbus-Konzern ganz groß mit.

Die arabische Fluggesellschaft Emirates bekundete etwa Interesse an weiteren Airbus-Maschinen vom Typ A380. Voraussetzung für einen Auftrag sei aber eine Modernisierung des Großraumfliegers, sagte Emirates-Vorstandsmitglied Thierry Antinori. Im Vordergrund stünde eine Reduzierung des Treibstoffverbrauchs wie etwa beim moderneren A320neo. "Wenn die Neo-Version kommt, würden wir die Bestellung von mehr Flugzeugen prüfen."

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Airbus-Chef Fabrice Bregier hatte erst jüngst gesagt, der A380 müsse sich entwickeln, um sich den Herausforderungen durch Boeings 777-Konkurrenzmodell zu stellen. Weitere Details nannte er jedoch nicht. Airbus hinkt nach einem branchenweiten Rekord-Auftragseingang 2013 in diesem Jahr seinem US-Erzrivalen  bei der Zahl der Flugzeugbestellungen hinterher.

Emirates ist bereits der größte Abnehmer von A380-Jumbos. Mit einem rapiden Expansionskurs macht die Fluggesellschaft aus Dubai Traditionsfirmen wie der Lufthansa oder Singapore Airlines immer stärker Konkurrenz.

Airbus auf Kurs

Airbus sieht sich in diesem Jahr bei den Bestellungen bereits gleichauf mit seinem US-Rivalen Boeing. "Ich denke, wir werden dieses Jahr auf gleicher Höhe beenden", sagte Airbus-Verkaufsdirektor John Leahy. Vielleicht werde Airbus sogar einen kleinen Vorsprung haben. Airbus habe seit Beginn des Jahres 236 Bestellungen bekommen, sagte Leahy. Er bezog sich offenbar auf die Brutto-Bestellungen. Netto - also nach Annullierungen - verzeichnete Airbus bis Ende April nur 142 Bestellungen - Boeing dagegen 288.

Boeing erklärte, die Bestellungen für seinen künftigen Mittelstreckenflieger 737 Max hätten die Marke von 2000 überschritten. Allein diese Woche seien 30 feste Order eingegangen. Insgesamt hätten damit 39 Kunden weltweit genau 2010 der Maschinen bestellt. Der Katalogwert betrage 209 Milliarden Dollar (152 Milliarden Euro).

Die 737 Max ist die direkte Konkurrenz zur A320Neo von Airbus, die mit neuen Motoren ausgestattet ist und weniger Treibstoff verbraucht. Der erste Flug der 737MAX ist im kommenden Jahr geplant, der erste Kunde, Southwest Airlines, soll die ersten Maschinen im dritten Quartal 2017 ausgeliefert bekommen. Die Maschine sei acht Prozent sparsamer als die A320Neo, erklärte Boeing. Airbus hat für die A320Neo bereits 2645 Bestellungen erhalten.

Vier Wettersatelliten bestellt

Bundeskanzlerin Merkel (CDU) auf der ILA 2014
Bundeskanzlerin Merkel (CDU) auf der ILA 2014(Foto: picture alliance / dpa)

Die europäische Weltraumagentur Esa bestellte bei Airbus indes vier Wettersatelliten für 1,2 Milliarden Euro. Die Satelliten sollen dazu beitragen, Wettervorhersagen zu verbessern. Der erste komme 2021 zum Einsatz, hieß es. Unterzeichnet wurden die Verträge im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die die ILA eröffnete.

Sie unterstrich dabei, dass die Luft- und Raumfahrtindustrie in Deutschland eine zentrale Rolle spiele. "Die Luft- und Raumfahrt nimmt eine strategische Schlüsselrolle (...) für unseren ganzen Wirtschaftsstandort ein", sagte sie. Deshalb werde die Bundesregierung dieser Industrie ein besonderes Augenmerk als High-Tech-Branche widmen.

15 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche seien in Forschung und Entwicklung investiert worden. Die Zahl der Beschäftigten sei 2013 um 4,8 Prozent gestiegen, der Umsatz habe um 7,8 Prozent zugelegt.

Auf dem Gelände in Berlin Schönefeld werden rund 300 Flugmaschinen präsentiert. ILA-Partnerland ist die Türkei. Die Leistungsschau ist zunächst dem Fachpublikum vorbehalten und öffnet von Freitag bis Sonntag auch für Privatbesucher.

Quelle: n-tv.de

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