Wirtschaft
Jahrestreffen der Luftfahrtbranche: Ohne Stewardessen scheint die IATA nicht handlungsfähig.
Jahrestreffen der Luftfahrtbranche: Ohne Stewardessen scheint die IATA nicht handlungsfähig.(Foto: REUTERS)

Gipfeltreffen der Fluggesellschaften: Airlines steuern ins Minus

Die Schuldenkrise trifft die europäischen Fluglinien Experten zufolge deutlich härter als ihre Mitbewerber. Nach Einschätzung des Branchenverbands IATA muss sich die Branche in der Region Europa insgesamt auf herbe Verluste einstellen. In den übrigen Teilen der Welt sieht die Prognose erheblich besser aus - wenn es nicht zum CO2-Handelskrieg kommt.

Begegnung in Peking: Tom Tyler und der Drache Schuldenkrise.
Begegnung in Peking: Tom Tyler und der Drache Schuldenkrise.(Foto: REUTERS)

Die Luftfahrtindustrie stellt sich notgedrungen auf eine Verschärfung der europäischen Schuldenkrise ein. "Für europäische Fluggesellschaften verschlechtert sich das Geschäftsumfeld rapide, was zu großen Verlusten führt", erklärte der internationale Branchenverband IATA anlässlich seines Jahrestreffens in Peking.

Der Verband verdoppelte wegen der anhaltenden Probleme Europas seine Verlustprognose für die europäischen Fluggesellschaften. Demnach dürfte die Branche in Europa in diesem Jahr einen Verlust von 1,1 Mrd. Dollar (rund 871 Mio. Euro) anhäufen. Im März hatte die IATA-Experten noch mit einem Verlust von lediglich 600 Mio. Dollar gerechnet. Anlässlich des Jahrestreffens wurde die Gewinnprognose für die asiatischen Unternehmen der Branche leicht reduziert.

Zugleich stellten IATA-Experten eine wachsende Kluft zwischen den Regionen fest: Während sich in Europa die Aussichten eintrübten, verbesserten sich die Gewinnaussichten der Fluglinien in Nord- und Südamerika. Vor allem in Nordamerika habe der Flugverkehr dank geringeren Treibstoffkosten wieder zugelegt. Für die Gesamtbranche blieb der Verband bei seiner Prognose, dass sich die Gewinne weltweit in diesem Jahr auf etwa drei Milliarden Dollar summieren dürften.

Unsichere Aussichten

Die Prognose stehe jetzt noch auf wackligeren Beinen, schränkte der Branchenverband vorsorglich ein. Die Schätzungen müssten im Fall einer weiteren Verschärfung der Euro-Schuldenkrise gekappt werden.

Auch so schon zeichnet sich für die Fluggesellschaften insgesamt eine vergleichsweise schwache Jahresbilanz ab: Im vergangenen Jahr hatte die Branche den Berechnungen des Verbands zufolge noch 7,9 Mrd. Dollar verdient. Im Jahr zuvor hatten die IATA-Zahlen mit 15,8 Mrd. Dollar einen Spitzenwert ausgewiesen.

Krieg um das Recht auf Luftverschmutzung

IATA-Generaldirektor Tony Tyler warnte in seiner Eröffnungsrede vor einem Airlines fürchten Handelskrieg als Folge der umstrittenen China blockiert Emissionshandel . Aus einem solchen Krieg werde niemand als Gewinner hervorgehen, sagte Tyler. Es sei nun an Europa, die Situation zu entschärfen und einen tragfähigen Lösungsvorschlag zu machen.

Gegen die EU-Vorgabe laufen vor allem China, die USA und Indien Sturm. Die EU-Kommission hat 2012 für Fluggesellschaften einen Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten eingeführt.

Alle Fluglinien, die Europa anfliegen, müssen danach ausreichend CO2-Rechte besitzen. Etwa 85 Prozent davon werden von den EU-Staaten gratis zugeteilt, der Rest muss über die Börse gekauft werden.

Das Vorhaben der EU-Kommission stößt in und außerhalb Europas auf vehemente Widerstände: Viele außereuropäische Fluglinien wollen sich nicht beteiligen, ihre europäischen Rivalen protestieren wegen Wettbewerbsbehinderung gegen die Ausweitung des Emissionshandels.

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Quelle: n-tv.de

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