Wirtschaft
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Moody's droht Bank mit Herabstufung: Aktienkurs von Dexia bricht ein

Die Schuldenkrise in Europa stellt den Bankensektor auf eine harte Belastungsprobe. Insbesondere die Geschäfte mit Griechenland-Bezug sorgen weiterhin für Probleme. Im Fokus steht diesmal die belgisch-französische Bank Dexia. Das Institut ist einer der größten ausländischen Besitzer von Griechen-Bonds. Moody's wittert Probleme.

Die Verschärfung der Griechenland-Krise sowie die mögliche Herabstufung der französisch-belgischen Bank Dexia belastet die Bankaktien in ganz Europa. Probleme bereiten weiterhin die Griechenland-Engagements sowie die Befürchtung, dass der Bankensektor auf Liquiditätsengpässe zusteuert. 

Der Aktienkurs von Dexia brach zu Wochenbeginn zeitweise um mehr als 14 Prozent ein.  Am Nachmittag wurden sie noch knapp neun Prozent niedriger gehandelt. Auslöser war unter anderem die Ankündigung von Moody's, die Bonität auf eine mögliche Herunterstufung hin zu überprüfen. Nach Einschätzung der Ratingagentur könnte es für das teilverstaatlichte Instituts in dem derzeitigen Umfeld schwierig werden, sich am Markt mit dem nötigen Geld zu versorgen. Der weltweit größte Kommunalkreditfinanzierer war in der Finanzkrise 2008 nach einem Verlust von 3,3 Mrd. Euro von Frankreich, Belgien und Luxemburg vor der Pleite gerettet worden.

Nach Einschätzung aus dem Handel unterstreicht dies die ohnehin bestehenden Sorgen der Investoren über die Refinanzierungsprobleme des Bankensektors. Insbesondere französische Banken standen in der jüngeren Vergangenheit stark unter Verkaufsdruck. Auch die Titel von BNP und Société Générale verloren am Montag noch einmal deutlich an Wert.

Dexia steckt in der Klemme

Darüber hinaus hatte die Zeitung "Les Echoes" am Freitag berichtet, dass die Finanzminister Belgiens und Frankreichs an diesem Montag zusammenkommen wollen, um die Lage bei Dexia zu diskutieren. Ein Sprecher des belgischen Finanzministeriums sagte dagegen, es gebe keine konkreten Pläne für bilaterale Gespräche. Aus Frankreich gab es keine Stellungnahme.

In den vergangenen Wochen war verstärkt darüber spekuliert worden, dass Dexia unter dem Druck seines Griechenland-Engagements aufgespalten werden könnte oder erneut vor dem Zusammenbruch gerettet werden muss - möglicherweise mit Steuermitteln. Dexia ist einer der größten ausländischen Besitzer griechischer Staatsanleihen. Die Athener Regierung hatte am Wochenende eingeräumt, Spar- und Wachstumsziele zu verfehlen.

Aber auch andere Bankentitel in Europa ließen zum Wochenauftakt deutlich Federn. Bankentitel standen am Montag auch wegen Morgan Stanley unter einem schlechten Stern. Spekulationen um ein hohes Engagement der US-Bank in Aktien französischer Banken hatten die Aktie am Freitag 11,0 Prozent einbrechen lassen. Seit Jahresbeginn halbierte sich damit der Wert.

Immer mehr Geld parkt bei der EZB

Beobachter sagen dem Finanzsektor schwere Zeiten voraus. Immer mehr Banken parken große Beträge in der niedrig verzinsten EZB-Einlagenfaszilität – am Montag waren es 199,639 (zuvor: 161,415) Mrd. Euro. Ursache ist das wieder zunehmende Misstrauen der Institute untereinander. Die Einlagenfaszilität gilt als Gradmesser für das Bankenprobleme. Offenbar wird die Situation in Griechenland sehr kritisch gesehen.

Wird das Geld der Banken bei der EZB geparkt, kommt es nicht in den Wirtschaftskreislauf. Es droht ein Liquiditätsengpass.

Quelle: n-tv.de

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