Wirtschaft
Gegen äußere Einflüsse Abgeschirmt? Beobachter machen bei VW eine "Wagenburg-Mentalität" aus, die eine Aufklärung des Abgas-Skandale erschwerten.
Gegen äußere Einflüsse Abgeschirmt? Beobachter machen bei VW eine "Wagenburg-Mentalität" aus, die eine Aufklärung des Abgas-Skandale erschwerten.(Foto: REUTERS)

VW "lässt uns keine andere Wahl": Aktionäre wollen Sonderprüfung erzwingen

Eine Großkanzlei ermittelt im Auftrag des Vorstands, Konzernchef Müller hat Reformen und einen generellen "Kulturwandel" bei Volkswagen angekündigt. Einflussreichen Investoren reicht das alles als Reaktion auf den Abgas-Skandal nicht aus.

Einflussreiche Investoren wollen laut einem Medienbericht den VW-Konzern notfalls auf dem Gerichtsweg zu einer unabhängigen Ermittlung im Diesel-Skandal zwingen. Auf der Hauptversammlung am kommenden Mittwoch solle ein entsprechender Antrag gestellt werden, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Zwar habe der Antrag gegen die Stimmen der Familien Porsche/Piech und des Landes Niedersachsen keine Chance, sei aber Voraussetzung für den anschließenden Gerichtsweg.

"Hat die Hauptversammlung erst mal darüber abgestimmt, kann man zu Gericht gehen und auf diesem Weg eine Sonderprüfung herbeiführen", sagte der Manager des britischen Pensionsfonds Hermes, Hans-Christoph Hirt, der "F.A.S.". Seine Fondsgesellschaft sehe Sonderprüfungen zwar generell kritisch, "aber wenn es eine Situation gibt, in der so eine Prüfung Sinn macht, dann ist es Volkswagen - aufgrund der schwerwiegenden Vorfälle im Zusammenhang mit dem Dieselskandal und der Eigentümerstruktur."

"Dem Aufsichtsrat fehlt relevantes Wissen"

So argumentiert auch der deutsche Corporate-Governance-Experte Christian Strenger in der "F.A.S":  "Der Konzern lässt uns keine andere Wahl", sagte Strenger. "Volkswagen zwingt uns mit seiner Wagenburg-Mentalität, die Vorfälle auf dem Weg einer gerichtlich angeordneten Sonderprüfung klären zu lassen."

Einig sind die Investoren auch in der Forderung nach neuen, familienfremden Aufsehern für den VW-Konzern: "Dem VW-Aufsichtsrat fehlt Unabhängigkeit und relevantes Wissen. Da sind klare Kompetenzlücken", sagte Hirt und forderte, "erfahrene, hochkompetente Leute von außen" in das Kontrollgremium zu wählen. Das solle verhindern, dass VW weiterhin von Skandalen erschüttert werde.

Quelle: n-tv.de

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