Wirtschaft
Der US-Medienmarkt ist selbst für den hochsubventionieren Sender Al-Dschasira nicht zu knacken.
Der US-Medienmarkt ist selbst für den hochsubventionieren Sender Al-Dschasira nicht zu knacken.(Foto: REUTERS)

Vorurteile und kaum Zuschauer: Al-Dschasira gibt in Amerika auf

Mit seinen globalen arabisch- und englischsprachigen Kanälen gehört Al-Dschasira zu den weltweit einflussreichsten Medien. Der Versuch des katarischen Staatssenders, auch in den USA Fuß zu fassen, ist jedoch gescheitert.

Der arabische Nachrichtenkanal Al-Dschasira schließt seinen US-Ableger zum 30. April. Das teilte Al-Dschasira America am Mittwoch mit und nannte wirtschaftliche Gründe für den Schritt. In einem internen Papier von Al-Dschasira-Generaldirektor Mostefa Souag hieß es: "Unser Wirtschaftsmodell ist angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen des US-Medienmarkts nicht mehr gangbar." Al-Dschasira werde jedoch seine digitalen Dienste in den USA ausweiten.

Al-Dschasira America startete im August 2013 in den USA mit einer Senderzentrale in New York. Für den Ableger warb der vom Golfemirat Katar finanzierte Sender Al-Dschasira renommierte US-Journalisten ab und eröffnete Studios in einem Dutzend Städten des Landes. Um in den USA einen Platz im Kabel- und Satellitenprogramm zu ergattern, hatte Al-Dschasira Anfang 2013 für etwa 500 Millionen Dollar den erfolglosen Nachrichtensender Current TV des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore gekauft.

Doch Al-Dschasira America war kein Erfolg beschieden. Der Sender ist bis heute nur auf den hinteren Programmplätzen zu finden und muss gegen Vorurteile ankämpfen. Die Zuschauerzahl kam über mehrere Zehntausend nie hinaus. Vor allem bei Konservativen hat Al-Dschasira den Ruf, antiwestlich und antiisraelisch zu sein.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen