Freitag, 20. November 2009
EU-Entscheid zu Italien-Hilfen: Alcoa schließt Werke
Der US-Aluminiumkonzern legt zwei Schmelzen in Italien still. Von der Produktionsstilllegung sind direkt und indirekt rund 2.000 Arbeitsplätze betroffen. Als Grund für diese Maßnahme führte Alcoa eine Entscheidung der EU-Kommission an.Diese hatte entschieden, dass in Italien gewährte Betriebsbeihilfen für Alcoa nicht dem EU-Recht entspreche. Gleichzeitig forderte die EU-Kommission Alcoa zur Rückzahlung der Beihilfen auf, ohne allerdings eine konkrete Summe zu nennen.
Dem US-Aluminiumkonzern sei unzulässigerweise verbilligter Strom gewährt worden, erklärte die EU-Kommission. Die Sondertarife für Strom, die Italien Alcoa für eine Aluminiumhütte auf Sardinien und eine im Veneto eingeräumt habe, trügen lediglich zur Senkung der Betriebskosten von Alcoa bei und ließen sich nicht rechtfertigen. Somit habe sich Alcoa einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Konkurrenten verschafft, die ohne Subventionen auskommen müssten.
Alcoa rechnet im vierten Quartal mit Belastungen vor Steuern von 300 Mio. US-US-Dollar bis 500 Mio. US-Dollar wegen der Stilllegung und der geforderten Rückzahlung. Der Konzern will eigenen Angaben zufolge gegen die Entscheidung der Kommission vorgehen. Die Stilllegung der zwei Schmelzen soll nach Angaben von Alcoa unverzüglich beginnen und in der zweiten Hälfte im Dezember abgeschlossen sein.
Die beiden Aluminiumwerke mit einer Produktionskapazität von zusammen 194.000 Tonnen im Jahr seien zu den regulären Strompreisen in Italien nicht wirtschaftlich zu betreiben.
rts
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