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Detektiv packt aus: Aldi Süd bespitzelt Mitarbeiter

Bis in die Umkleide verfolgt der Discounter Aldi Süd seine Mitarbeiter mit Minikameras. Ein Insider erklärt detailliert, wie er Überwachungstechnik installieren und Aufnahmen auswerten musste. Dabei sollte er auch Schlüsse auf das Privatleben der Aldi-Mitarbeiter ziehen, etwa auf ihre Finanzen und ihre Liebesbeziehungen.

Ein Ladendetektiv wirft dem Handelskonzern Aldi Süd illegale Überwachungsmethoden vor. Er selbst habe Mitarbeiter mit Hilfe von Miniaturkameras ausspioniert, berichtet der Mann namens Wolfgang Paul dem "Spiegel". Diese Kameras habe er unter anderem in der Umkleide der Angestellten installiert.

Sein Auftrag sei es gewesen, "alle Auffälligkeiten zu melden". Dazu habe auch gehört, "wenn ein Mitarbeiter zu langsam arbeitete, ich von einem Verhältnis der Mitarbeiter untereinander erfahren habe oder ich andere Details aus dem Privatleben mitbekam, zum Beispiel im Hinblick auf die finanzielle Situation des Mitarbeiters."

In einer Stellungnahme bestreitet Aldi Süd die Praktiken. Doch Detektiv Paul wird sehr konkret: So habe er etwa in der Filiale Krumbach in Schwaben vier Kameras über den Kassen und eine im Büro installiert und das als "Sonderleistung" in Rechnung gestellt. Paul gab außerdem eine eidesstattliche Erklärung ab.

"Wir machen Sie fertig"

Aus anderen Rechnungen, teilweise über einen Wert von 5000 Euro, sei eindeutig hervorgegangen, dass Mini-Kameras eingesetzt wurden. Rechnungen über einen solch hohen Wert müssen bei Aldi Süd laut "Spiegel" vom Geschäftsführer persönlich abgezeichnet werden. Aus einer Rechnung, die das Magazin als Ausriss präsentiert, geht hervor, dass Paul ein Video aufzeichnete, auswertete und dann einen Kassierer mit dem Material "konfrontierte".

Die geschilderten Arbeiten sollen kurz nach Bekanntwerden ähnlicher Methoden beim Konkurrenten Lidl stattgefunden haben.

Als der Detektiv Zweifel an seinem eigenen Auftrag geäußert habe, so berichtet er, habe man zunächst darauf verwiesen, dass alles "mit den Aldi-Rechtsanwälten abgeklärt" sei. Später sei ihm gedroht worden: "Wir machen Sie fertig. Sie kennen unsere Rechtsanwälte."

Quelle: n-tv.de

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