Wirtschaft
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"Die Zeit drängt": Allianz: Alterung lässt Wohlstand schrumpfen

Der demografische Wandel der Gesellschaft wird Deutschland ärmer machen, so die Allianz. Bald müssten zwei Erwerbstätige für einen Rentner sorgen - sofern sich nichts ändere.

Der demografische Wandel wird Deutschland der Allianz zufolge viel Wohlstand kosten. In 20 Jahren werden in Deutschland sieben Millionen Erwerbstätige und damit ein Fünftel der Beschäftigten fehlen, so die Versicherung unter Berufung auf eigene Experten. Damit einhergehend könne der Wohlstand gemessen am Pro-Kopf-Einkommen bis zum Jahre 2035 um bis zu 15 Prozent sinken.

Aus Sicht der Allianz gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die Auswirkungen der Alterung der Gesellschaft zu mildern: "Die Menschen könnten länger arbeiten oder es gelingt, ihre Produktivität zu steigern. Dies wird heute zum Beispiel schon in Japan durch den verstärkten Einsatz von Robotern praktiziert", so Brigitte Miksa, Leiterin von Allianz International Pensions. "Drittens können Anreize bestimmte Gruppen motivieren, wieder oder mehr zu arbeiten, zum Beispiel Frauen, ältere Menschen und Einwanderer. So könnten wir ein flexibles Renteneintrittsalter einführen, statt an einem starren festzuhalten."

So stellt die Allianz fest: Sollten Frauen bis 2030 so häufig erwerbstätig sein wie Männer heute, dann würde die Erwerbsbevölkerung bis zum Jahr 2022 um zwei Millionen Menschen ansteigen. Dadurch könne der demografiebedingte Verfall des Wohlstands aufgehalten werden, heißt es. "Zwar würde das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf langfristig weiter sinken, allerdings erst nach 2024. Ohne die zusätzliche Erwerbsarbeit unter Frauen könne es bereits ab dem kommenden Jahr sinken."

"Wir haben gute Voraussetzungen geschaffen, mit denen wir den Arbeitsmarkt, die sozialen Sicherungssysteme und die Ausbildungsinstitutionen auf eine stark alternde Bevölkerung vorbereiten. Aber wir nutzen sie nicht ausreichend", so Miksa. "Dazu trägt die in vielen Unternehmen immer noch stark ausgeprägte Orientierung an jungen Hochqualifizierten bei. Laufbahnprofile mit systematischer Weiterentwicklung für die Generation 50+ gibt es bisher nur dort, wo der Nachwuchs jetzt schon ausbleibt."

Die Zeit dränge, so die Allianz. Schon heute komme in Deutschland auf je drei Menschen im erwerbsfähigen Alter eine Person über 65. Im Jahr 2035 müssten demnach weniger als zwei Erwerbstätige für einen Rentner sorgen.

Quelle: n-tv.de

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