Wirtschaft
Wieder fallen am Düsseldorfer Airport Flüge aus weil das Sicherheitspersonal streikt.
Wieder fallen am Düsseldorfer Airport Flüge aus weil das Sicherheitspersonal streikt.(Foto: picture alliance / dpa)

Sicherheitspersonal im Arbeitskampf: Endstation Düsseldorf Airport

"Solange kein neues Angebot auf dem Tisch liegt, haben wir nur die Wahl, maximalen Druck zu erzeugen", heißt es bei Verdi in der Tarifauseinandersetzung um höhere Löhne für das Flughäfen-Sicherheitspersonal. In Hamburg gibt es eine Einigung, in Düsseldorf nicht. Mehr als ein Drittel aller Flüge fallen dort aus. Am Dienstag ruht der Ausstand.

Zu Wochenbeginn ist für viele Reisende am Düsseldorfer Flughafen Endstation. Wegen eines Streiks der privaten Sicherheitskräfte mussten 172 von 593 Flügen gestrichen werden, wie der drittgrößte deutsche Airport mitteilte. Die Gewerkschaft Verdi will mit dem Ausstand die Arbeitgeberseite zügig an den Verhandlungstisch bekommen. "Solange kein neues Angebot auf dem Tisch liegt, haben wir nur die Wahl, maximalen Druck zu erzeugen", erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker. Die Gewerkschaft erwarte einen Tarifabschluss "vor den Osterferien". Diese beginnen in Nordrhein-Westfalen am 25. März. Sollte von Seiten der Arbeitgeber kein Vorschlag kommen, könnte es in den kommenden Tagen weitere Aktionen geben, sagte ein Verdi-Sprecher. Am Dienstag werde nicht gestreikt, hieß es von Seiten Verdis.

Nachdem am Freitag der Flughafen Köln-Bonn bestreikt wurde, legte das Sicherheitspersonal in Düsseldorf den gesamten Montag die Arbeit nieder. Passagiere wurden gebeten, sich vor ihrer Anreise zum Airport bei den Airlines, Reiseveranstaltern oder auf der Homepage von Düsseldorf International (www.duesseldorf-international.de) über ihren Flug zu informieren. Die Reisenden sollten möglichst auf Handgepäck verzichten, um die Sicherheitskontrollen zu beschleunigen.

Zu wenig Bewegung

eit Wochen führen im Tarifkonflikt des privaten Wach- und Sicherheitsgewerbes in NRW immer wieder Streiks des Sicherheitspersonals an den Airports in Düsseldorf und Köln-Bonn zu Flugausfällen. Die Passagiere werden von sogenannten Luftsicherheitsassistenten kontrolliert - sie sind Angestellte von Firmen, die die Aufgabe im Auftrag der Bundespolizei übernehmen. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten drei Viertel der Sicherheitsleute in Nordrhein-Westfalen in der untersten Lohngruppe und erhalten in der Stunde 8,23 Euro.

Verdi fordert für die 34.000 Beschäftigten der Branche zwischen 2,50 Euro und 3,64 Euro mehr pro Stunde. Der Verband der Sicherheitsfirmen BDSW nennt die Forderung "völlig überzogen". Bisher haben die Arbeitgeber 40 Cent mehr Lohn angeboten. 

Mehr Geld in Hamburg

Entwarnung gibt es hingegen in Hamburg. Die Flughafen-Sicherheitskräfte, die auch hier in den vergangenen Monaten wiederholt gestreikt hatten, einigten sich mit dem BDSW auf einen neuen Tarifvertrag. Für die rund 600 Beschäftigten am Airport springe ein Plus von 15 Prozent heraus, erklärte Verdi.

Der Stundenlohn steige damit auf bis zu 13,60 Euro. Die Summe ist vergleichsweise hoch, da in der Hansestadt lediglich die Sicherheitsleute am Flughafen für mehr Geld in der Tasche kämpften - in NRW hingegen gehen Angestellte verschiedener Wachdienste in Ausstand.

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Quelle: n-tv.de

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