Wirtschaft
Längst verkauft Amazon mehr als nur Bücher.
Längst verkauft Amazon mehr als nur Bücher.(Foto: REUTERS)

Hoher Umsatz, kaum Gewinn: Amazon investiert kräftig

Amazon wächst schnell - und gibt auch viel aus. Im vergangenen Quartal blieb so gut wie kein Gewinn übrig. Der Online-Einzelhändler spricht von Investitionen in die Zukunft. Vor allem der billige iPad-Konkurrent Kindle Fire dürfte die Marge drücken, wird er doch fast zum Herstellungspreis verkauft.

Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon hat das vergangene Quartal nur mit einem dünnen Gewinn von sieben Millionen Dollar abgeschlossen. Höhere Kosten und Investitionen wie der Kauf des Industrieroboter-Spezialisten Kiva Systems haben so gut wie den ganzen Überschuss aufgezehrt. Im Vorjahresquartal hatte Amazon noch 191 Millionen Dollar verdient. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg unterdessen im Jahresvergleich um 29 Prozent auf 12,83 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss mitteilte.

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Amazon hatte sich auch früher schon bereit gezeigt, Gewinne für die Ausweitung des Geschäfts oder den Ausbau der technischen Infrastruktur zu opfern. Finanzchef Tom Szkutak sprach in der Telefonkonferenz nach Vorlage der Zahlen von Investitionen in die Zukunft. Das Unternehmen steckt gerade viel Geld unter anderem in seine Tablet-Computer und E-Book-Reader sowie die Entwicklung der Online-Dienste. Vor allem der Tablet-Rechner Kindle Fire gilt als Zuschussgeschäft. Zuletzt wurde über anstehende neue Fire-Modelle mit einem größeren Bildschirm spekuliert. Sogar ein eigenes Handy soll Gerüchten zufolge bald auf den Markt kommen.

Ausgaben nicht aufgeschlüsselt

Wohin genau das Geld im zweiten Quartal gegangen ist, schlüsselte Amazon nicht auf. Das Unternehmen sprach aber unter anderem von einem Verlust von 65 Millionen Dollar aus dem 775 Millionen Dollar schweren Kauf von Kiva Systems, eines Spezialisten für Lagerhallen-Automatisierung. Außerdem wies die Bilanz unter anderem deutlich höhere Ausgaben für "Technologie und Inhalte" aus, knapp 1,1 Milliarden Dollar gegenüber 700 Millionen Dollar vor einem Jahr. Außerdem hatte Amazon in diesem Jahr den Aufbau 18 neuer Logistik-Zentren angekündigt, davon seien 6 bereits in Betrieb.

Für das laufende Quartal rechnet Amazon mit einem operativen Verlust von 50 bis 350 Millionen Dollar. Die Marktexperten hatten ein Plus erwartet. Auch Gewinn und Umsatz im vergangenen Quartal verfehlten die Analysten-Erwartungen. Die Aktie legte nachbörslich um mehr als ein Prozent zu, nachdem sie zunächst um sieben Prozent nachgegeben hatte.

Quelle: n-tv.de

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