Wirtschaft
Dienstag, 20. März 2012

Technik-Invasion in Lagerhallen: Amazon setzt auf Roboter

Den riesigen Lagern von Amazon steht eine Roboter-Invasion bevor: Der weltgrößte Online-Einzelhändler kauft die Firma Kiva Systems, die den Betrieb weiter automatisieren kann. Amazon könnte jetzt vor allem vor Feiertagen weniger Mitarbeiter in der Logistik brauchen.

Künftig packen hier Roboter mit an. Mit der technischen Unterstützung sollen die Arbeiter künftig doppelt so viel schaffen.
Künftig packen hier Roboter mit an. Mit der technischen Unterstützung sollen die Arbeiter künftig doppelt so viel schaffen.(Foto: picture alliance / dpa)

Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon kauft für rund 775 Mio. US-Dollar einen Hersteller von Lagerhaus-Robotern. Das US-Unternehmen Kiva Systems ist auf Technologien spezialisiert, durch die Lager mit weniger Mitarbeitern betrieben werden können. Amazon hat Bedarf an solcher Technik: In seinen riesigen Logistik-Zentren müssen Mio. Artikel sortiert und versendet werden. Vor allem in Stoßzeiten vor Feiertagen wurden bisher viele zusätzliche Helfer hinzugeholt.

Üblicherweise gehen Menschen durch die Lagerhallen und sammeln die bestellten Artikel zusammen. Kiva baut flache orange Roboter, die stattdessen Regale mit Waren zu dem Mitarbeitern fahren und ihnen zeigen, welche sie herausnehmen sollen.

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Danach werden auch die fertigen Bestellungen zum Ausgang gefahren. Kiva behauptet, im Vergleich zu anderen Automatisierungslösungen könnten Arbeiter doppelt so viel schaffen. Sie könnten alle sechs Sekunden einen neuen Artikel vorgesetzt bekommen. Bestellungen würden binnen einer Viertelstunde abgewickelt.

Keine halben Sachen

Die Roboter von Kiva Systems sind bereits bei diversen großen Einzelhändlern im Einsatz. Auch zwei von Amazon übernommene Unternehmen - der Schuhhändler Zappos und der Windel- und Babyartikel-Anbieter Diapers.com - nutzen sie. Statt einen Großauftrag zu erteilen, kauft sich Amazon jetzt gleich den ganzen Roboter-Anbieter.

Man werde die Technologie auch weiterhin an andere Händler verkaufen, sagte eine Amazon-Sprecherin dem "Wall Street Journal". Amazon hat rund 70 Logistik-Zentren und baut in diesem Jahr weitere.

Die 2003 gegründete Firma Kiva Systems ist nicht an der Börse notiert. Die Übernahme solle im zweiten Quartal abgeschlossen werden, teilte Amazon nach US-Börsenschluss mit.

Quelle: n-tv.de

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