Wirtschaft
Roy Price soll eine Filmproduzentin sexuell belästigt haben.
Roy Price soll eine Filmproduzentin sexuell belästigt haben.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 13. Oktober 2017

Sexuelle Belästigung vorgeworfen: Amazon suspendiert Unterhaltungs-Chef

Der Fall Harvey Weinstein erfasst nun auch den Internetriesen Amazon. Der Konzern soll über eine angebliche Vergewaltigung informiert gewesen sein, aber nicht reagiert haben. Auch gegen den Chef der Amazon-Studios gibt es Belästigungsvorwürfe.

Von einer Affäre um mutmaßliche sexuelle Belästigung wird jetzt auch der Internetriese Amazon erfasst: Wegen Belästigungsvorwürfen einer Filmproduzentin wurde der Chef der Amazon-Unterhaltungssparte, Roy Price, suspendiert.

Der Leiter der Amazon-Studios sei mit sofortiger Wirkung beurlaubt, sagte ein Unternehmenssprecher. Zuvor hatte eine Filmproduzentin dem 51-Jährigen vorgeworfen, sie sexuell belästigt zu haben. Isa Hackett, die für die Amazon-Serie "The Man in the High Castle" arbeitet, sagte dem Magazin "The Hollywood Reporter", Price habe ihr im Sommer 2015 wiederholt unsittliche Angebote gemacht. So habe er im Taxi auf dem Weg zu einer Party schlüpfrige Bemerkungen gemacht und ihr später - trotz ihrer klaren Ablehnung - das Wort "Analsex" ins Ohr gerufen.

Die Vorwürfe kommen zu einem Zeitpunkt, zu dem die Schauspielerin Rose McGowan im Skandal um Hollywoodproduzent Harvey Weinstein schwere Vorwürfe gegen Amazon-Chef Jeff Bezos erhoben hat. McGowan schrieb bei Twitter, sie habe Amazon darüber informiert, von Weinstein vergewaltigt worden zu sein - der Konzern habe darauf aber nicht reagiert.

Über Twitter rief McGowan Bezos dazu auf, keine "Vergewaltiger" zu finanzieren. Mehrere Frauen haben gegen Weinstein Vorwürfe der Vergewaltigung oder sexuellen Belästigung erhoben. Unter den Frauen, die sich als Weinstein-Opfer geoutet haben, sind Topstars wie Gwyneth Paltrow, Angelina Jolie, Ashley Judd und Léa Seydoux. In einer Reihe von Fällen soll Weinstein Frauen mit Geldzahlungen zum Stillschweigen gebracht haben.

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Quelle: n-tv.de

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