US-Verbraucher sind in KauflauneAmerican Express verdient mehr

Die US-Verbraucher machen immer mehr Schulden und davon profitiert vor allem ein Unternehmen: American Express. Doch die hohen Gewinne sind riskant. Die Kreditkartenfirma muss für faule Kredite immer mehr Geld zurücklegen. Denn wenn ihre Kunden die hohen Gebühren nicht mehr zahlen können, könnte es mit den Mrd.überschüssen schnell vorbei sein.
Der US-Kreditkartenkonzern American Express hat dank der Ausgabenfreude seiner Kunden zum Jahresauftakt mehr verdient. Im ersten Quartal verbuchte der Konkurrent von Visa und Mastercard einen Überschuss von 1,26 Mrd. US-Dollar nach 1,18 Mrd. US-Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilte. Die Einnahmen steigerte American Express um acht Prozent auf 7,61 Mrd. US-Dollar. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen von Analysten. Die Experten waren von einem Gewinn je Anteilsschein von einem US-Dollar und Einnahmen von 7,57 Mrd. US-Dollar ausgegangen.
American Express erklärte den Ergebnisanstieg mit einer steigenden Kauflust der Karteninhaber im Zuge von besseren Konjunkturdaten. "Die Ausgaben innerhalb des Netzwerks erhöhten sich um zwölf Prozent. Sie blieben stark während des Quartals - sowohl in den USA als auch international", sagte American-Express-Chef Kenneth Chenault. Im Durchschnitt gaben die Kunden des US-Finanzkonzerns von Januar bis März 3.772 US-Dollar aus, über 300 US-Dollar mehr als im Vorjahresquartal. Auch die Zahlungsmoral verbesserte sich.
Drohende Kreditverluste haben sich vervierfacht
Finanzchef Dan Henry sagte in einem Analystengespräch, die Zahl der ausgestellten Karten sei um sieben Prozent auf 98 Million gestiegen. Er gab eine weitere Verstärkung der Aktivitäten im elektronischen Handel bekannt. Das Unternehmen hat bereits Verträge mit sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Auch das Online-Angebot wird ausgebaut. "Im vergangenen Jahr ist das digitale Geschäft um 22 Prozent gewachsen", sagte Henry. Er erwarte ein weiteres überdurchschnittliches Wachstum in diesem Bereich.
An der guten Geschäftsentwicklung sollen nun auch die Aktionäre beteiligt werden. Vergangenen Monat hatte AmEx eine Erhöhung der Quartalsdividende um 11 Prozent angekündigt - die erste Anhebung seit 2007. Zudem will der Konzern bis zu 5 Mrd. US-Dollar für den Rückkauf eigener Aktien ausgeben, nachdem er bei dem Stresstest der US-Notenbank gut abgeschnitten hat. Die Federal Reserve hat laut AmEX keine Einwände gegen diese Pläne.
Für künftige Kreditverluste stellte das Unternehmen allerdings 412 Mio. US-Dollar zurück. Das ist vier Mal so viel wie im vergangenen Jahr. Konnten Finanzkonzerne in den vergangenen Quartalen von der Auflösung von Rückstellungen für möglicherweise faule Kredite profitieren, müssen diese nun wieder aufgestockt werden.