Wirtschaft
Händler an der Rohstoffbörse in Chicago.
Händler an der Rohstoffbörse in Chicago.(Foto: REUTERS)

Entspannung bei Agrarrohstoffen: Analysten sehen höheren Ölpreis

Viele Beobachter des Ölmarkts sind sich sicher: Der Ölpreis wird zwar im kommenden Jahr steigen, aber keine großen Sprünge machen. Außerdem sei die Phase kräftig anziehender Preise für Agrarrohstoffe zunächst vorüber.

Nach einem eher ruhigen Jahr 2012 an den meisten Rohstoffmärkten rechnen Analysten für 2013 mit mehr Bewegung. Das gelte zumindest für Industriemetalle wie Kupfer und Aluminium, aber auch Öl. Denn die Experten gehen davon aus, dass in China die Konjunktur kräftig anziehen und die Nachfrage ankurbeln wird.

Turbulent ging es 2012 bei den Agrarrohstoffen zu. So kletterten die Preise für Soja und Mais aufgrund der monatelangen Dürre in den USA auf Rekordstände. Hier wird sich die Lage nach Einschätzung der Analysten normalisieren.

Ölpreis in Richtung 120 Dollar?

"Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate gehen wir davon aus, dass sich das Fingerhakeln von 'Preisbremsen' und 'Preistreibern' - und solchermaßen die übergeordnete Seitwärtsbewegung des Rohölpreises - fortsetzen wird", heißt es bei der DZ Bank. Auf dem Ölpreis werde zu Beginn des Jahres noch die schwache Konjunktur in Europa lasten. Im zweiten Halbjahr werde dann die Konjunkturbelebung in den USA und China den Ölpreis in Richtung der 120-Dollar-Marke schieben. "Über die sich im zweiten Halbjahr 2013 absehbar verbessernden Konjunkturperspektiven hinaus erscheint uns auch ein abermaliges Hochkochen der 'Iran-Frage' sehr wahrscheinlich."

Vor allem im Energie-Bereich zeichnet sich nach Ansicht der Schweizer Bank Julius Bär ein Trend zu sinkenden Preisen klar ab. Die Öl-Nachfrage werde zwar weiter anziehen, prognostiziert der Chefstratege des Instituts, Christian Gattiker. Unternehmen dürften aber immer effizienter mit ihren Ressourcen umgehen, so dass ein lang befürchteter Angebotsengpass nicht abzusehen sei. "Der Superzyklus der Rohstoffe geht zu Ende", sagte Gattiker.

Die Saxo Bank geht davon aus, dass sich der Preis für Brentöl im kommenden Jahr zwischen 90 und 125 Dollar pro Barrel bewegen wird. Im Jahresdurchschnitt werde er 2013 bei 111 Dollar pro Barrel liegen. Zu den wichtigsten Preistreibern bei Rohöl zählten geopolitische Entwicklungen sowie spekulative Investments. Für kurzzeitige Preisausschläge 2010 und 2011 seien überwiegend die Sorgen um Angebotsengpässe, beispielsweise wegen des Bürgerkriegs in Libyen oder der angekündigten Sanktionen gegen den Iran, verantwortlich gewesen.

"Genau in die entgegengesetzte Richtung wirkten weltweite Konjunktursorgen. Deshalb hat sich der Brent-Preis in den vergangenen beiden Jahren kaum verändert und lag 2011 bei durchschnittlich 110,75 und 2012 bei 111,70 US-Dollar", sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte der Saxo Bank. "Die neuen Produktionstechnologien zur Ölförderung in den USA werden das weltweite Angebot 2013 stark ausweiten und zusätzlich massive Preissteigerungen verhindern."

Globale Konjunkturerholung

Zu Jahresbeginn würden in China erst einmal Kupferbestände abgebaut werden, weshalb der Preis zunächst keine großen Sprünge machen dürfte, schreiben die Analysten der DZ Bank. Im zweiten Halbjahr werde aber sicher wieder das knappe Angebot in den Vordergrund rücken. Denn anders als das Gros der Marktteilnehmer gehe die DZ Bank davon aus, dass die Kupfernachfrage das weltweite Angebot übersteigen werde. "Langfristig hat Kupfer daher für die Anleger das unter den Industriemetallen beste Chance-/Risiko-Verhältnis."

"Die Metallpreise dürften ihren Schwung der letzten Wochen mit ins neue Jahr hinübernehmen", heißt es bei der Commerzbank. "Dank der erwarteten globalen Konjunkturerholung und der damit einhergehenden höheren Nachfrage nach Metallen sollten die Preise 2013 merklich zulegen können. Das Zugpferd dieser Entwicklung dürfte erneut China sein, wo die Umsetzung von zahlreichen Infrastrukturprojekten einen enormen Bedarf an Metallen generieren sollte."

"Verstärkter Anbau"

"Die Situation bei Getreide und Sojabohnen sollte sich entspannen und die Preise nachgeben, auch wenn das Niveau hoch bleibt", lautet die Einschätzung der Commerzbank. "Dabei setzen wir auf gute südamerikanische Ernten und eine Normalisierung in den USA. Auch bei Weizen besteht die Hoffnung auf ein höheres Angebot in 2013. Dagegen sollte sich Arabica-Kaffee aufgrund eines sinkenden Angebots verteuern. Die Versorgung bei Baumwolle, Zucker und Kakao dürfte dagegen etwas weniger üppig werden als im letzten Erntejahr."

"Das positive Umfeld an den Agrarmärkten dürfte zu einem verstärkten Anbau führen, was künftige Erträge begrenzen könnte", betont die Fondsgesellschaft Threadneedle,

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen