Wirtschaft
Apple versorgt sich seit Jahren am Anleihenmarkt mit frischem Kapital.
Apple versorgt sich seit Jahren am Anleihenmarkt mit frischem Kapital.(Foto: picture alliance / dpa)

Anleihenverkäufe in Milliardenhöhe: Apple besorgt sich frisches Kapital

Der kalifornische Kultkonzern sitzt auf Barreserven von mehr als 200 Milliarden Dollar. Trotzdem verkauft der iPhone-Hersteller am Anleihenmarkt Unternehmenspapiere in Milliardenhöhe - vor allem, so heißt es, um Steuern zu sparen.

Der US-Konzern Apple hat sich ein weiteres Mal am Anleihenmarkt bedient und frisches Kapital in Milliardenhöhe besorgt. Aus dem vorläufigen Entwurf des Wertpapier-Projekts für die US-Börsenaufsicht SEC geht hervor, dass der iPhone-Hersteller eine Anleihenserie mit sieben Laufzeiten von 2018 bis 2046 versteigerte. Die Auktion habe 12 Milliarden Dollar (umgerechnet 10,8 Milliarden Euro) in die Kasse gespült, berichtete die "Financial Times". Angesichts der hohen Nachfrage - die Gebote hätten über 28 Milliarden Dollar erreicht - habe Apple zwischenzeitlich eine Erhöhung auf 15 Milliarden Dollar diskutiert.

Apple besorgt sich seit Jahren immer wieder hohe Summen bei Anlegern, obwohl das Unternehmen auf einem riesigen Geldberg von zuletzt 216 Milliarden Dollar sitzt. Hintergrund sind vor allem Einsparungen bei der Steuer: Da sich die Barreserven von Apple größtenteils außerhalb der USA befinden, würde der Fiskus bei einer Rückführung in die Heimat zugreifen - und seinen üblichen Anteil abschöpfen. Ein weiterer Grund sind die nach wie vor extrem niedrigen Zinsen, von denen Apple profitieren will.

Höhere Rendite als US-Staatsanleihen

Am Dienstag versteigerte der Konzern sowohl Papiere mit variabler als auch mit fester Verzinsung. Die zehnjährigen Schuldverschreibungen beispielsweise habe Apple zu einer Rendite von etwa 3,3 Prozent angeboten, berichtete das "Wall Street Journal". Damit würden sie rund 1,5 Prozentpunkte mehr abwerfen als US-Staatsanleihen.

Apple hatte bereits Ende Januar angekündigt, 2016 sehr aktiv am Anleihemarkt sein zu wollen. Das frische Kapital will das Unternehmen laut eigenen Angaben vor allem für milliardenschwere Aktienrückkäufe nutzen. Mit dieser Maßnahme pflegt das Unternehmen in erster Linie seine Beziehungen zu Aktionären. Der geschäftlichen Entwicklung kommt ein solcher Rückkauf nicht zugute.

In der Vergangenheit hatte das Unternehmen regelmäßig am Anleihenmarkt aus dem Vollen geschöpft: Im April 2014 besorgte sich der Elektronikriese ebenfalls 12 Milliarden Dollar, 2013 die Rekordsumme von 17 Milliarden.

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Quelle: n-tv.de

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