Wirtschaft
Künstliche Intelligenz, die Gefühle am Gesichtsausdruck erkennen kann: Was hat Apple damit vor?
Künstliche Intelligenz, die Gefühle am Gesichtsausdruck erkennen kann: Was hat Apple damit vor?(Foto: REUTERS)

Software registriert Emotionen: Apple investiert in Gesichtserkennung

Mit dem Kauf einer jungen Softwareschmiede löst der iPhone-Anbieter Aufregung in der kalifornischen Hightech-Szene aus: Lassen sich aus der Übernahme von Emotient Rückschlüsse auf künftige Apple-Neuheiten ziehen?

Der US-Konzern Apple übernimmt das Startup-Unternehmen Emotient. Die aufstrebende Firma aus San Diego setzt spezielle Programme aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz dazu ein, Gesichtsausdrücke von Menschen im Hinblick auf ihre Gefühlslage zu interpretieren.

Es ist unklar, was Apple mit der Technologie von Emotient vorhat. Bisher hat das Startup seine Software vor allem an Werbeunternehmen verkauft. Dort kommen Emotient-Anwendungen zum Einsatz, um die Reaktionen von Internetnutzern auf Werbeanzeigen auf ihre Wirksamkeit hin zu beurteilen.

Getestet wurde die Emotient-Software angeblich auch von Ärzten. Sie wollten damit Schmerzen bei Patienten erkennen, die sich selbst nicht ausdrücken oder mitteilen können. Im Einzelhandel wurde die Technologie dazu verwendet, um den Gesichtsausdruck von Kunden im Laden zu beobachten.

Die Fortschritte auf dem Gebiet der Gesichtserkennung sind ein heißes Thema im Silicon Valley. Wettbewerber von Apple wie Facebook, Alphabet (vormals Google) und andere Schwergewichte investieren derzeit massiv in künstliche Intelligenz. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte erst kürzlich öffentlich verkündet, im Rahmen eines reinen Privatvorhabens an der Entwicklung einer intelligenten Haussteuerung mit Gesichtserkennung an der Haustür zu arbeiten.

Kaufpreis bleibt geheim

Eine Sprecherin von Apple bestätigte den Kauf mit einem Standardkommentar: Apple "kauft von Zeit zu Zeit kleinere Technologiefirmen." Üblicherweise erörtere das Unternehmen seine Vorhaben und Pläne nicht. Angaben zum Kaufpreis und andere Details der Transaktion wollte sie nicht abgeben.

Als Startup konnte Emotient erst kürzlich weitere 8 Millionen Dollar zur Finanzierung bei Investoren einsammeln. Zu den Geldgebern gehört auch Fördertochter von Chiphersteller Intel, Intel Capital. Emotient-Chef Ken Denman lehnte eine Stellungnahme ab. Der Internetauftritt von Emotient wurde erst in vergangenen Tagen überarbeitet. Dabei sollen Details einiger Dienstleistungen von Emotient stillschweigend entfernt worden sein.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen