Wirtschaft
Die Erwartungen sind hoch - wie immer.
Die Erwartungen sind hoch - wie immer.(Foto: REUTERS)

Optimismus ist angesagt: Apple muss liefern

Von Egmond Haidt und Benjamin Feingold

Der Kultkonzern steht im Dauerfeuer, und schon zu Beginn der neuen Woche droht der Tag der Wahrheit. Denn dann präsentiert das hippe Unternehmen seine Quartalszahlen. Anleger und Analysten haben bereits konkrete Vorstellungen, was sie hören wollen. Der Chart sieht gerade zu schön aus.

In der vergangenen Woche war der iPhone-Hersteller Apple omnipräsent, dabei stehen erst kommenden Montag die Quartalszahlen an. Am Dienstag hatten die Kalifornier ihre neuen iPad-Modelle vorgestellt, die am 1. November in die Läden kommen. Das iPad ist hinter den iPhones der stärkste Umsatzbringer für Apple. Doch auf diesem Markt, den Apple vor mehr als drei Jahren belebt hatte, kommt die Konkurrenz spürbar näher. Am selben Tag nämlich stellten Nokia und Microsoft ihre Tablet-PCs vor. Wie bei den Smartphones ist auch in diesem Segment aktuell Apples Marktanteil beträchtlich zusammengeschmolzen. Mit etwas über 30 Prozent Marktanteil sind die Kalifornier aber noch immer der größte Hersteller. Die beherrschende Plattform ist allerdings wie bei den Smartphones inzwischen das Betriebssystem Android von Google

Kurstreiber vor den Zahlen

Trotz der stärker werdenden Konkurrenz sind die Analysten in den vergangenen Monaten zunehmend optimistischer für die Ergebnisse aus dem abgelaufenen Quartal gestimmt. Das ist übrigens auch der aktivistische Investor Carl Icahn, der in dieser Woche öffentlich von Apple ein neues umfangreicheres Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 150 Milliarden US-Dollar gefordert hat.

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Icahn ist bei Apple stark engagiert und hat seine Anteile um 22 Prozent auf 4,73 Millionen Aktien aufgestockt. Er hält die Aktie für deutlich unterbewertet. Der Aktienkurs von Apple hat sich zuletzt kräftig erholt und gehört mit einem Plus von knapp zehn Prozent in den vergangenen vier Wochen zu den stärksten Titeln im Nasdaq 100.

Mehr Optimismus

Optimistisch stimmen auch die Aussagen der größten US-Telekomfirma Verizon Wireless. Sie haben zwar für das preisgünstigere iPhone 5C im dritten Quartal eine Schwächephase ausgemacht, aber das teure 5S-Modell sei knapp gewesen. Ein weiteres Indiz dafür, dass die Analysten angesichts der Einführung der neuen iPhones und iPads ihre Gewinnschätzungen weiter nach oben schrauben dürften.

An diesem Montag werden nun für das jüngste vierte Quartal erst einmal folgende Zahlen erwartet: Der Gewinn je Aktie wird bei 7,92 Dollar gesehen, was gegenüber dem Vorjahreswert von 8,67 Dollar allerdings einen Rückgang bedeuten würde. Beim Umsatz gehen die Analysten allerdings von einem leichten Plus von 2,4 Prozent auf 36,82 Milliarden Dollar aus.

Mit dem Countdown zu den Quartalszahlen sind die Analysten aber zunehmend optimistischer geworden. Vor zwei Monaten haben die Profis noch mit einem Gewinn von 7,62 Dollar pro Aktie gerechnet und vor vier Wochen waren es schon 7,85 Dollar. Im Zentrum der Zahlen dürften die iPhone-Ergebnisse stehen. Man darf auch gespannt sein, wie die iPhones außerhalb der USA angekommen sind. Denn die Geräte wurden am 20. September in elf Ländern eingeführt. Erstmals war auch China gleich von Anfang an dabei.

Neuer Schwung durch iPads

Mit den Schätzungen für das vergangene Quartal sind auch jene für das laufende Geschäftsjahr in den vergangenen zwei Monaten von 42,35 auf 43,25 Dollar je Aktie nach oben geklettert. Neuen Schwung erhofft man sich vom neuen iPad Air und vom iPad mini, um den Abwärtstrend in diesem Segment zu stoppen. Vor einem Jahr hatte Apple hier noch einen Marktanteil von 60 Prozent.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund zwölf ist die Apple-Aktie nicht teuer, so dass aus diesem Blickwinkel eine Fortsetzung der jüngsten Klettertour möglich erscheint. Doch den besseren Durchblick für die weitere Kursentwicklung werden die Quartalsergebnisse am Montag liefern.

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Quelle: n-tv.de

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