Wirtschaft
Am Apple hängt, zum Apple drängt doch alles.
Am Apple hängt, zum Apple drängt doch alles.(Foto: AP)

Mehr als nur eine Nasenlänge: Apple übertrifft alle US-Konzerne

Von Benjamin Feingold und Birgit Haas

Apple beeindruckt Börsianer mal wieder mit seinen jüngsten Geschäftszahlen. Noch viel bemerkenswerter ist allerdings der Vergleich mit anderen US-Riesen. Die können mit iPhones & Co nicht mithalten.

Es ist schon fast ein alter Hut. Apple übertrifft mit seinen gestern veröffentlichten Quartalsergebnissen die sehr hohen Erwartungen und die Aktie reagiert mit Kursgewinnen. Das Zahlenwerk ist gespickt mit neuen Rekorden, allen voran aus China, das mittlerweile vor Europa zum zweitwichtigsten Markt für Apple geworden ist. Wenig verwunderlich ist der Ergebnisbeitrag des iPhones, das immer noch das wichtigste Produkt innerhalb der Apple-Familie ist.

Apple verdient am meisten

Im abgelaufenen Quartal 2015 hat Apple 13,6 Milliarden US-Dollar verdient, konnte hiermit aber keinen neuen Rekord aufstellen. Im Quartal zuvor wurden 18 Milliarden US-Dollar eingefahren – doch das war auch das Weihnachtsquartal. Dennoch übertrifft Apple mit seinem Gewinn von fast 14 Milliarden US-Dollar andere US-Unternehmen um Längen. Den zweitgrößten Quartalsgewinn hat diesmal der Pharmakonzern Merck mit 7,3 Milliarden US-Dollar erzielt, etwas mehr als die Hälfte des Apple-Gewinns. Die Banken Wells Fargo und JPMorgan kamen jeweils auf knapp sechs Milliarden Dollar und sind ebenfalls deutlich abgeschlagen.

Bei den Gewinnsteigerungen liegen andere US-Firmen zwar vor Apple, die aber immer noch auf ein beachtliches Plus von 33 Prozent kamen. Allerdings sind die hohen Steigerungen anderer Unternehmen größtenteils auf Sondereffekte wie Teilverkäufe oder Restrukturierungsaufwendungen im Vorquartal zurückzuführen.

US-Dollar belastet auch Apple

Wie bei vielen US-Unternehmen belastet der starke Dollar auch die Ergebnisse von Apple. Sie hätten also noch höher ausfallen können. Die Entwicklung beim Greenback ist daher der Grund, weshalb der Ausblick von Apple nicht deutlich über den Erwartungen der Analysten liegt. Finanzchef Luca Maestri rechnet im kommenden Quartal mit Umsätzen von 46 bis 48 Milliarden Dollar, was in etwa den Analystenschätzungen entspricht. Der Dollar belastet, dürfte Apple aber nicht aufhalten. Schließlich ist mit der Apple Watch ein neues Produkt auf den Markt gekommen, dessen Start erfolgreich verlaufen sein soll. Neubestellungen werden laut Firmenangaben erst im Juni ausgeliefert werden können.

Wieder die Nummer 1

Das iPhone wird aber auf absehbare Zeit das wichtigste Produkt von Apple bleiben, aktuell trägt es fast 70 Prozent zum Unternehmenserfolg bei. Die Ausnahmestellung belegen die jüngsten Zahlen vom globalen Smartphonemarkt, auch wenn sie aus dem Vorquartal stammen. Apple konnte mit einem Anteil von 20,4 Prozent wieder die Spitzenposition erklimmen, noch vor dem Erzrivalen Samsung, dessen Anteil von zuvor 30 auf nun 19,9 Prozent gefallen ist.

Apples Marktposition ist so stark, dass sie auch Preiserhöhungen für ihr neues iPhone 6 durchsetzen können. Und in China wurde der Umsatz um mehr als 70 Prozent gesteigert, obwohl sie dort im harten Wettbewerb mit günstigeren Anbietern stehen wie etwa Xiaomi. Apple bleibt damit auf Erfolgskurs und wird wohl weiter mit den hohen Erwartungen leben müssen. Das gilt übrigens schon kurz nach dem Verkaufsstart der Apple Watch für den Markt für körpernahe Elektronikprodukte (Wearables), den Apple mit anderen, neuen Produkten ebenfalls aufmischen dürfte. Über 3000 Apps werden bereits für die Apple Watch angeboten.

Quelle: n-tv.de

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