Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Es wird spannend: Apple und Facebook müssen liefern

Von Egmond Haidt

In den nächsten Tagen berichten Apple, Facebook und Amazon darüber, wie das vergangene Quartal gelaufen ist. Die Erwartungen an die drei Technologie-Schwergewichte könnten unterschiedlicher kaum sein. Wer kann die Investoren überzeugen?

An der Börse in New York sorgen derzeit drei Tech-Titel für jede Menge Gesprächsstoff: Apple, Facebook und Amazon. Alle drei legen in den nächsten Tagen ihre aktuellen Geschäftszahlen vor - und gehen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen ins Rennen um die Gunst der Anleger.

Den Anfang macht am Dienstag Apple. Viele Aktionäre dürften der Veröffentlichung der Zahlen mit Sorgen entgegenblicken. Sie fürchten, dass die Konjunkturabkühlung in den USA und China deutliche Spuren in der Bilanz des iPhone-Herstellers hinterlassen hat. Apple erzielt mehr als 40 Prozent des Umsatzes in den USA und rund 25 Prozent in China.

Für das abgelaufene Quartal, das wegen der Feiertagssaison traditionell sehr stark ist, prognostizieren Analysten ein Umsatzplus von lediglich drei Prozent auf immerhin 76,6 Milliarden Dollar. Dabei soll der Absatz des iPhones, der mit weitem Abstand wichtigste Umsatzlieferant, nur leicht auf 76,5 Millionen Stück gestiegen sein.

Noch trüber sind die Perspektiven für das laufende Quartal. Demnach soll der Umsatz von Apple um vier Prozent sinken. Zuletzt berichtete der japanische Medienkonzern Nikkei, Apple habe die iPhone-Produktion für das Märzquartal um bis zu 30 Prozent gegenüber den ursprünglichen Plänen gekürzt.

Facebook wächst rasant

Im Gegensatz zu Apple sind die Investoren und Analysten für Facebook sehr optimistisch. Für das vierte Quartal, die Zahlen werden am 27. Januar veröffentlicht, sagen Analysten einen Umsatzanstieg um 40 Prozent auf rund 5,3 Mrd. Dollar voraus, womit das soziale Netzwerk sein rasantes Wachstumstempo beibehalten würde.

"Der Konzern versteht es hervorragend, Werbung bei seinen rund eine Milliarde täglichen Nutzern zu platzieren. Neben weiter steigenden User-Zahlen wollen Investoren aber auch sehen, dass der Anteil aus dem Werbegeschäft auf mobilen Geräten weiter wächst.", sagte Michael Proffe, Chefanalyst vom Börsendienst Proffes Trend Depot mit Blick auf diesen für Facebook so wichtigen Bereich. Zuletzt machte der mobile Anteil bereits 78 Prozent der gesamten Werbeeinnahmen von Facebook aus. Laut den Schätzungen der Researchfirma EMarketer soll Facebook im vergangenen Jahr 17,4 Prozent der weltweiten mobilen Werbung auf sich vereint und damit den Abstand gegenüber dem Internetriesen Google weiter verringert haben.

Amazon stark in der Wolke

Sehr groß sind auch die Erwartungen an Amazon. Der weltgrößte Internethändler soll am 28. Januar ein Umsatzplus von 23 Prozent auf 35,98 Milliarden Dollar berichten. Damit würde er sich vor allem von dem schwachen Einzelhandel auf dem Heimatmarkt USA deutlich abkoppeln.

Zum rasanten Wachstum sollte auch das Geschäft im Bereich Cloud-Computing kräftig beigetragen haben, nachdem im dritten Quartal der Umsatz dort um 78 Prozent nach oben schoss. Dabei erwirtschaftete die Sparte mit 521 Millionen Dollar einen höheren Gewinn als das traditionelle Geschäft von Amazon (472 Mio. Dollar). Analysten sind zudem optimistisch, dass Amazon einen starken Ausblick auf das laufende Quartal geben wird. Die Finanzprofis sagen ein kräftiges Erlösplus von 22 Prozent voraus.

Fazit: Apple könnte mit den Ergebnissen für das vergangene Quartal enttäuschen. Hingegen könnten Facebook und Amazon Investoren überzeugen, entscheidend dürfte bei allen aber der Ausblick sein.

Quelle: n-tv.de

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