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Via Smartphone-App können die Mitfahr-Dienste von Uber und Lyft bestellt werden.
Via Smartphone-App können die Mitfahr-Dienste von Uber und Lyft bestellt werden.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Umkämpfter Mitfahr-Markt: Arbeitet Uber mit Fake-Bestellungen?

Fragliche Methoden soll der Mitfahrdienst Uber in den USA gegen Konkurrenten einsetzen: Mit stornierten Bestellungen soll der Mitanbieter Lyft mürbe gemacht werden - behauptet dieser. Es wäre nicht das erste Mal, dass Uber zu solchen Mitteln greift.

Der pinke Schnurrbart am Kühlergrill ist das Erkennungszeichen von Lyft-Anbietern.
Der pinke Schnurrbart am Kühlergrill ist das Erkennungszeichen von Lyft-Anbietern.(Foto: AP)

In Deutschland liegt der Mitfahrdienst Uber derzeit mit der etablierten Konkurrenz aus Taxi-Fahrern im Clinch, die jüngst Unterstützung durch die Politik erhielt. In den USA erhebt nun der Anbieter eines ähnlichen Dienstes schwere Vorwürfe: Nach der Auswertung von Telefondaten will das auch in San Francisco beheimatete Unternehmen Lyft mehr als 5000 Fake-Bestellungen von Uber-Mitarbeiter identifiziert haben, wie CNN Money berichtet.

Die bestellten Fahrten sollen alle unmittelbar nach dem ersten Anruf wieder storniert worden sein. Durch die geplatzten Bestellungen soll die Verfügbarkeit von Lyft-Mitfahrgelegenheiten erheblich eingeschränkt worden sein, wird der Uber-Konkurrent zitiert. Zudem seien auch die Fahrer um ihr Einkommen gebracht worden - gleichzeitig fielen für sie Benzinkosten an, wenn sie sich bereits auf den Weg gemacht hatten. Laut Lyft hätten 177 Uber-Mitarbeiter im ganzen Land die falschen Bestellungen rausgeschickt.

Mit den Diensten Uber und Lyft können sich Privatpersonen mit ihren eigenen Autos etwas dazuverdienen. Ihre Fahrgäste können den Service mit einer auf dem Smartphone installierten App anfragen und bezahlen.

Uber-Mitarbeiter sollen Kurzstrecken gebucht haben

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Zudem hätten sich Fahrer von Lyft bei der Unternehmensführung beschwert, dass Anwerber des Konkurrenten Uber gezielt kurze Fahrtstrecken bei ihnen gebucht hätten - auf diesen hätten diese dann versucht, die Fahrer für den Konkurrenten Uber anzuwerben. Einer dieser Anwerber soll zudem mit mehreren Lyft-Accounts insgesamt für mehr als 1500 stornierte Bestellungen verantwortlich sein, moniert Lyft.

Das Unternehmen Uber hat laut dem CNN-Money-Bericht auf die Vorwürfe mit dem Hinweis reagiert, dass mittlerweile Hundertausende für seinen Mitfahrdienst rekrutiert würden. In Rahmen dessen könnte ein spezielles Bonus-Programm für die Fahrer der Grund für die Abwerbe-Versuche gewesen sei. Denn für das Gewinnen neuer Uber-Fahrer würden den erfolgreichen Anwerbern mehrere hundert US-Dollar an sogenannten Uber Credits winken.

Es sei möglich, teilte Uber mit, dass es sich bei den von Lyft erwähnten Anwerbern um "Uber-Enthusiasten" gehandelt haben könnte, die unabhängig von Uber eine Weg suchten, sich etwas Geld hinzuzuverdienen. Mitfahr-Bestellungen bei dem Konkurrenten in Auftrag zu geben und später zu stornieren, würde dieser Absicht von "Uber-Enthusiasten" jedoch zuwiderlaufen.

Droh-SMS sollen Fahrer von Konkurrenz fernhalten

Auch mit anderen Mitteln soll Uber versucht haben, dem Konkurrenten Lyft das Leben schwer zu machen: Als Letzterer im vergangenen Monat seine Dienste erstmals in New York anbot, sollen die bisher für Uber arbeitenden Fahrer per SMS davor gewarnt worden sein, künftig auch per Lyft-App ihre Dienste anzubieten. Dies verstoße gegen die in der Stadt geltenden Regularien, hieß es in der Botschaft. Wer dagegen verstoße, dem drohe die Deaktivierung seines Uber-Accounts. Die New Yorker Taxi- und Limousinenkommission widersprach diesen Angaben später jedoch.

Gegen andere US-Konkurrenten soll Uber in der Vergangenheit ebenfalls mit fragwürdigen Methoden vorgegangen sein. Bereits im Januar hatte der weitaus kleinere Konkurrent Gett in New York über ein ähnliches Vorgehen wie im Fall Lyft geklagt. Laut Medienberichten soll es auch damals zu mehreren Schein-Bestellungen durch Uber-Mitarbeiter gekommen sein. Uber hatte in der Folge angekündigt, seine Verkaufs-Taktiken zurückzufahren.

Quelle: n-tv.de

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