Wirtschaft

Hollande sieht Trendwende: Arbeitsmarkt sendet Lebenzeichen

Stolz präsentiert Hollande die neuen Zahlen: Über 20.000 Menschen weniger sind arbeitslos. Diese Zahlen kann der angeschlagene Präsident gut gebrauchen. Internationale Organisationen hingegen beurteilen diese etwas anders.

Hollande muss sich nun an der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen messen lassen.
Hollande muss sich nun an der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen messen lassen.(Foto: picture alliance / dpa)

Frankreichs in der Kritik stehender Präsident François Hollande kann zumindest ein bisschen aufatmen: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober deutlich zurückgegangen. Zum Monatsende waren in den französischen Arbeitsämtern 3,27 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet und damit 20.500 weniger als im Vormonat, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Hollande erklärte, dies sei der Beginn der versprochenen Trendwende am Arbeitsmarkt.

Die Arbeitslosigkeit in Frankreich war seit dem Frühjahr 2011 beinahe unaufhörlich angestiegen und hatte historische Höchststände erreicht. Im August sank die Zahl der Arbeitslosen zwar, im September stieg sie dann aber wieder an. Hollande, dessen Umfragewerte im Keller sind, hat eine Trendwende am Arbeitsmarkt bis Jahresende zu seinem wichtigsten Ziel erklärt und will sich am Erreichen dieses Ziels messen lassen.

Am Abend erklärte der Sozialist, mit dem Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Oktober sei "ein erster Schritt erreicht". "Die Umkehrung der Arbeitslosenkurve ist jetzt in Gang gesetzt." Die neuesten Zahlen zeigten, dass "der Kampf für die Beschäftigung gewonnen werden kann". Er betonte, die Jugendarbeitslosigkeit sei im Oktober sogar den sechsten Monat in Folge zurückgegangen. Hollande mahnte aber, die "Mobilisierung" für mehr Arbeitsplätze müsse "fortgesetzt und sogar verstärkt werden".

Nur schwaches Wirtschaftswachstum

Vor Veröffentlichung der neuesten Arbeitslosenzahlen hatte Hollande zunächst mit Äußerungen für Verwirrung gesorgt, die nahelegten, er könne das Ziel einer Trendwende am Arbeitsmarkt aufgegeben haben. Er betonte kurze Zeit später aber, weiter an dem Ziel festzuhalten.

Auch Arbeitsminister Michel Sapin sagtedass die Trendwende am Arbeitsmarkt eingeleitet sei. "Der Kampf liegt aber noch vor uns. Wir müssen (den Rückgang) bestätigen, vergrößern, dauerhaft machen."

Allerdings waren nicht alle veröffentlichten Zahlen vom französischen Arbeitsmarkt positiv. Nur teilweise beschäftigte Arbeitnehmer eingerechnet stieg die Zahl der bei den Arbeitsämtern Gemeldeten im Oktober um knapp 40.000 auf 4,88 Millionen. Zahlreiche Experten und auch die EU-Kommission, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Internationalen Währungsfonds gehen angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums in Frankreich von einer weiteren Zunahme der Arbeitslosigkeit auch im kommenden Jahr aus.

Quelle: n-tv.de

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