Konzernumbau macht zu schaffenArques in schwieriger Phase
Der Ausverkauf bei der Beteiligungsgesellschaft Arques hat tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Wegen hoher Abschreibungen und Kosten für den Konzernumbau fiel im ersten Halbjahr 2009 unter dem Strich ein Verlust von gut 115 Millionen Euro an, mehr als dreimal soviel im Jahr zuvor.
Seit Jahresbeginn wurden neun Beteiligungen abgestoßen - häufig unter Wert - um den Verbund zu verkleinern und das Risiko zu begrenzen.
Im Gesamtjahr sei mit einem Umsatz von rund drei Milliarden Euro und einem "signifikanten Verlust" zu rechnen, sagte der neue Vorstandschef Hans Gisbert Ulmke. Die Restrukturierung mit Kostensenkungen und weiteren Beteiligungsverkäufen solle dieses Jahr abgeschlossen, 2010 die Gewinnschwelle erreicht werden. Dies sei möglich, wenn sich die jüngste konjunkturelle Belebung fortsetze, besonders in der Autoindustrie.
Arques ist darauf spezialisiert, sanierungsbedürftige oder bei Großkonzernen nicht mehr zum Kerngeschäft zählende Firmen zu symbolischen Preisen zu kaufen, flottzumachen und dann wieder auszusteigen. In der Vergangenheit war das Management wiederholt von dieser Strategie abgewichen und größere Risiken eingegangen, die dem Konzern nun Verluste einbrocken.
Fortschritte trotz roter Zahlen
Mindestens eine Beteiligung solle in diesem Jahr noch verkauft werden, zwei Zukäufe seien denkbar, ergänzte Ulmke. Das Portfolio solle künftig maximal aus 15 Firmen bestehen, drei mehr als im Moment.
Arques verwies trotz roter Zahlen auf Fortschritte: Die Finanzverbindlichkeiten seien seit Jahresbeginn um rund 30 Prozent auf gut 150 Millionen Euro reduziert worden. Durch den Verkauf weiterer Töchter, darunter der IT-Großhändler Actebis, die bislang größte Beteiligung von Arques, verbessere sich die Verschuldung. Allerdings fielen auch die liquiden Mittel.
Arques wies unterdessen eine Mitverantwortung für die Pleite von Tiscon zurück. Arques hatte Ende Juli die Mehrheit an der Beteiligungsgesellschaft für IT-, Telekommunikations- und Unterhaltungselektronik-Firmen an die russische KCK und weitere Investoren verkauft. Ulmke sagte, der Käufer habe gewusst, dass es einen kurzfristigen Liquiditätsbedarf gebe und wollte diesen, anders als nun geschehen, zur Verfügung stellen. Arques prüfe rechtliche Schritte gegen den Käufer.