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Für viele Läufer erste Wahl: Für Marathon-Läufer und Gewohnheitsjogger zählt die richtige Mischung aus Stabilität und Dämpfung.
Für viele Läufer erste Wahl: Für Marathon-Läufer und Gewohnheitsjogger zählt die richtige Mischung aus Stabilität und Dämpfung.(Foto: picture alliance / dpa)

Laufschuhe aus dem Internet?: Asics gibt sich kleinlaut

Die Vorwürfe sind gewichtig, die Konsequenzen wären für das Unternehmen äußerst schmerzhaft: In Deutschland drohen der prominenten Laufschuhmarke Asics aufgrund eigenwilliger Vertriebspraktiken empfindliche Geldbußen.

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Die Deutschland-Tochter des japanischen Laufschuh-Herstellers Asics hofft im Streit um ihre Vertriebspraktiken auf eine einvernehmliche Lösung mit dem Bundeskartellamt. Asics stehe im engen Austausch und kooperiere mit der Wettbewerbsbehörde, teilte das Unternehmen mit.

Asics Deutschland war wegen seines "selektiven Vertriebssystems" ins Visier des Bundeskartellamts geraten. Die Wettbewerbsbehörde wirft dem Unternehmen vor, seine Vorgaben an die Händler summierten sich zu einem "de-facto-Verbot des Internetvertriebs" und bedeuteten damit eine "schwerwiegende Wettbewerbsbeschränkung". Laufschuhe von Asics dürfen in Deutschland demnach nur über autorisierte Händler an Endkunden verkauft werden. Asics hat nun bis zum 10. Juni Zeit, zu den Bedenken des Kartellamts Stellung zu nehmen.

Kein Asics bei Ebay oder Amazon?

"Es ist allgemein anerkannt, dass Hersteller ihre Händler nach bestimmten Kriterien auswählen dürfen und Qualitätsanforderungen aufstellen können", erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt die Ausgangslage. Im Fall von Asics jedoch untersage der Hersteller den Händlern "den Vertrieb über Online-Marktplätze und die Unterstützung von Preisvergleichsmaschinen". Damit schieße Asics, so Mundt, "über das Ziel hinaus".

Nach einer vorläufigen Einschätzung diene das Asics-Vertriebssystem "in der jetzigen Form vorrangig der Kontrolle des Preiswettbewerbs im Online- sowie im stationären Vertrieb", heißt es beim Bundeskartellamt weiter. Durch die umfangreichen Vorgaben des Herstellers werde der Wettbewerb unter den Händlern beim Vertrieb von Asics-Laufschuhen "beeinträchtigt".

Zudem schränke Asics den Wettbewerb im Markt für Laufschuhe insgesamt stark ein, weil das Unternehmen über "eine starke Marktposition" verfüge und auch andere große Laufschuh-Hersteller das Onlinegeschäft "in ähnlicher Weise" beschränkten.

Nicht nur Asics betroffen

Ausdrücklich kritisiert das Bundeskartellamt zudem, dass den Händlern die selbstständige Nutzung von Online-Marktplätzen wie Ebay oder Amazon "ohne Ausnahme" untersagt werde. Für interessierte Kunden sind Laufschuhe der Marke Asics dort zwar erhältlich. Der Preis bleibt dabei aber im Online-Geschäft durch den Ausschluss der Vertragshändler ausschließlich an die Vorgaben des Herstellers gebunden. Ein echter Wettbewerb findet hier nicht statt.

Die Behörde bemängelt außerdem, dass Asics seinen Händlern die Unterstützung von "Preisvergleichsmaschinen" verbiete. Die Markenzeichen von Asics dürfen demnach nicht auf Internetseiten Dritter verwendet werden, auch nicht um Kunden auf den Online-Shop eines autorisierten Asics-Händlers zu leiten.

"Das Bundeskartellamt sieht jedes dieser drei pauschalen Verbote für sich genommen als eine unzulässige Kernbeschränkung an", heißt es in einer Mitteilung. "Zusammen begründen diese Verbote sogar ein de-facto-Verbot des Internetvertriebs."

Eingeschränktes Produktsortiment

Kritisch sieht das Bundeskartellamt auch "die sehr detaillierte Ausdifferenzierung des Vertriebssystems in über 20 Händlerkategorien", denen teilweise "ein unterschiedliches Produktsortiment" zugewiesen werde. Daran seien die Händler auch bei "Querlieferungen" an andere zugelassene Asics-Händler gebunden. Außerdem könnten viele der zugelassenen Händler nur ein eingeschränktes Produktsortiment an Endkunden verkaufen.

Nach Darstellung der Behörde sind demnach viele Markenhersteller damit befasst, ihre selektiven Vertriebssysteme umzustellen und an die Gegebenheiten des Online-Vertriebs anzupassen. Das Bundeskartellamt führt in diesem Zusammenhang derzeit auch ein Verfahren gegen den Sportartikelhersteller Adidas.

Quelle: n-tv.de

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