Wirtschaft

15.19 Uhr: +++ Athen verschiebt Krisengipfel +++

Im Ringen um eine Einigung Griechenlands mit seinen Gläubigern steht es Spitz auf Knopf. Athen muss sich auf weitere harte Sparmaßnahmen einlassen und zugleich eine Einigung mit den Banken über einen Schuldenschnitt erzielen. Für zusätzlichen Druck und Verwirrung sorgen widersprüchliche Berichte über ein Ultimatum der Troika, bis zum Mittag den Sparauflagen der internationalen Geldgeber zuzustimmen. Ohne ein zweites Hilfspaket für Griechenland, das an diesen Bedingungen hängt, wäre Griechenland rasch zahlungsunfähig.

+++ 15.19 Athen verschiebt Krisengipfel +++

Die Regierungsparteien in Griechenland verschieben ihr Krisentreffen um einen Tag auf Dienstag. Einen Grund für den Schritt nennt das Büro von Ministerpräsident Lukas Papademos nicht. Der Regierungschef solle im Tagesverlauf mit Vertretern von EU und IWF zusammenkommen, heißt es weiter.

+++ 14.54 Nervosität an Märkten wächst wieder +++

Das Hickhack um eine Lösung für Griechenland sorgt für Kursverluste am deutschen Aktienmarkt. Äußerungen von Merkel und Sarkozy, wonach ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone kein Thema sind, verfangen damit nur kurz für eine Kurserholung. Auch der Euro ist auf dem Rückzug gegenüber dem US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzt den Referenzkurs auf 1,3042 Dollar nach 1,3160 Dollar am Freitag fest. Auch an den US-Aktienmärkten drohen wegen der Unsicherheit in Sachen Griechenland Verluste, darauf deuten Kursrückgänge bei den wichtigen Futures auf US-Aktienindizes hin.

+++ 13.37 Parteien vor Einigung über Lohnsenkung +++

Die drei Parteiführer der griechischen Regierungskoalition stehen nach Informationen von zwei hochrangigen Regierungsvertretern kurz vor der Zustimmung, den Mindestlohn um 20 Prozent zu senken. "Wenn es keine Revolte in einer der drei Parteien gibt, wird eine Zustimmung aller erwartet", sagte einer der beiden Offiziellen. Die drei Spitzenpolitiker unterstützten ebenfalls Kürzungen bei Extrazahlungen wie dem Weihnachtsgeld. Das 13. oder 14. Gehalt solle aber nicht völlig gestrichen, wohl aber gesenkt werden.

+++ 13.20 Merkozy fordern Sonderkonto für Athen +++

Deutschland und Frankreich schlagen zur Schuldentilgung in Griechenland ein Sonderkonto für Staatseinnahmen vor. Über dieses Konto könnten griechische Schulden künftig abgebaut werden. In deutlichen Worten fordern Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Nicolas Sarkozy die griechische Regierung und alle Parteien in Athen auf, die zugesagten Reformen bedingungslos umzusetzen. Merkel betont, es werde kein neues Geld für Griechenland geben, solange die Forderungen der internationalen "Troika"-Kontrolleure nicht erfüllt seien: "Die Zeit drängt." Es stehe für die gesamte Euro-Gruppe viel auf dem Spiel. Es bringe jetzt nichts mehr, die Verhandlungen ständig zu verlängern. Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone sei aber kein Thema, betonen Merkel und Sarkozy.

+++ 13.11 EU: Frist für Griechenland-Paket abgelaufen +++

Die griechische Regierung lässt nach EU-Angaben eine Frist zur Einigung auf ein zweites Rettungspaket für Griechenland verstreichen. "Wir sind bereits hinter der Deadline", sagt ein Sprecher der EU-Kommission. Die griechische Seite müsse die notwendigen Entscheidungen treffen, um sich zusätzliche Milliardenhilfen von seinen Gläubigern zu sichern.

+++ 12.47 Schulz: Griechische Parteien müssen einlenken +++

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, ruft Griechenlands Parteien auf, die Forderungen der Troika zu weiteren Einsparungen zu erfüllen. "Ich erwarte, dass Griechenland und alle Parteien sich darauf konzentrieren, wie sie die Maßnahmen der Troika umsetzen können", mahnt Schulz. Er habe Verständnis für parteitaktische Überlegungen. Aber hier gehe es um die unmittelbare Handlungsfähigkeit des griechischen Staates. Zugleich fordert der Sozialdemokrat von der EU aber auch ein Angebot, wie mehr Wachstum in dem Land erreicht werden kann. "Wir sind an der Grenze dessen angelangt, wo gespart werden kann", warnt er.

+++ 11.56 Merkel und Sarkozy beraten über Griechenland +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft in Paris zu einem deutsch-französischen Ministerrat ein. Bei den Konsultationen mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und französischen Regierungsvertretern soll es unter anderem auch um den drohenden Staatsbankrott Griechenlands gehen.

+++ 10.55 Spanische und italienische Anleihen unter Druck +++

Die Sorge um eine Pleite Griechenlands lässt die Renditen in der Peripherie steigen. Italienische Benchmarkanleihen notieren bei 5,73 Prozent (+6 Basispunkte) und spanische bei 4,98 Prozent (+5 Basispunkte). Während Händler die Wahrscheinlichkeit einer baldigen griechischen Pleite recht hoch einschätzen, äußern sich Analysten insgesamt zurückhaltender.

+++ 10.45 Doch kein Ultimatum für Regierung +++

Die politischen Parteien in Griechenland müssen sich Regierungskreisen zufolge erst bis zum nächsten Treffen der Eurogruppe über die Bedingungen für ein zweites Rettungspaket für das hoch verschuldete Land verständigen. Zuvor ist von einem Ultimatum bis Montagmittag die Rede. "So eine Frist gibt es nicht", sagt ein Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden will. Die einzige Deadline, die es gebe, sei, sich bis zum nächsten Treffen der Euro-Gruppe zu einigen. Das Treffen wird in dieser Woche erwartet.

+++ 10.10 Hängepartie in Athen belastet Euro +++

Wachsende Zweifel an einem Durchbruch in den Verhandlungen in Griechenland belasten den Euro. Die Gemeinschaftswährung gab im frühen Handel bis auf 1,3032 Dollar nach, nachdem zum Ausklang der Vorwoche noch 1,3145 Dollar bezahlt wurde. Die Unsicherheit zeigt sich auch am Rentenmarkt. Die Nachfrage nach den als sicherer Hafen geltenden Bundesanleihen zieht wieder an. Der richtungsweisende Bund-Future steigt um 41 Ticks auf 138,73 Zähler.

+++ 09.50 Söder für Austritt Griechenlands aus Eurozone +++

Der bayerische CSU-Finanzminister Markus Söder glaubt nicht mehr an eine Einigung bei den Beratungen über das griechische Sparprogramm. "Ich glaube persönlich nicht mehr, dass da eine Einigung möglich ist, alle bemühen sich", sagte Söder im Deutschlandfunk. Deshalb plädiert er für einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Unter diesen Bedingungen sei es "besser, einen Neustart zu machen". Die Griechen müssten sich "wirklich überlegen, einen neuen Weg zu gehen, und der kann letztlich nur ein Austritt aus der Eurozone sein", sagte Söder.

+++ 00.25 Kreditgeber stellen Ultimatum +++

Die internationalen Kreditgeber stellen Griechenland ein Ultimatum. Bis Montagmittag müssen die Koalitionsparteien einem Sprecher der sozialistischen Pasok-Partei zufolge mitteilen, ob sie die Sparauflagen im Gegenzug für weitere Finanzhilfen akzeptierten. Dann wäre es zeitlich noch möglich, dass die Euro-Arbeitsgruppe in Brüssel über die Absichtserklärung beraten könne.

+++ 00.05 Gewerkschaften rufen zu Streik auf +++

Aus Protest gegen Sparmaßnahmen und Reformen rufen Gewerkschaften in Griechenland zu einem 24-stündigen Streik am Dienstag auf. "Wir planen eine eintägige Arbeitsniederlegung am Dienstag", sagt Ilias Iliopoulos von der Gewerkschaft ADEDY. Die beiden großen Gewerkschaften des Landes, ADEDY und GSEE, hatten in den vergangenen Monaten wiederholt gegen die Auflagen für die milliardenschweren Hilfen von EU und IWF für das hoch verschuldete Land protestiert. Die zwei Gewerkschaften vertreten rund zwei Millionen Arbeitnehmer.

+++ 22.00 Griechische Spitzenpolitiker einigen sich auf Einsparungen +++

Nach stundenlangen Verhandlungen verständigen sich die Spitzenpolitiker Griechenlands auf Sparmaßnahmen in Milliardenhöhe. Ministerpräsident Lukas Papademos spricht von Einsparungen von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. So sollen zum Beispiel Löhne gesenkt werden. Weiter sollen Maßnahmen zur Rettung der Banken und Rentenkassen Griechenlands nach einem Schuldenschnitt getroffen werden. Zahlen und konkrete Maßnahmen werden jedoch nicht genannt. Die Stimmung der Parteiführer nach dem Ende der Sitzung ist schlecht: "Das Land kann sie (die Maßnahmen) nicht ertragen. Ich kämpfe mit jedem Mittel um sie abzuwenden", sagt der Präsident der konservativen Partei Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras. Giorgos Karatzaferis, der Präsident der kleinen rechtsgerichteten Partei (LAOS), die die Regierung des Finanzexperten Papademos unterstützt, warnt vor einer "Verelendung" der Griechen und einer "Revolution" in der Gesellschaft.

+++ 18:10 Keine Einigung mit Troika +++

Ohne Anzeichen für eine Einigung gehen die Schuldenverhandlungen der griechischen Regierung mit der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu Ende. Die drei Institutionen haben in den Verhandlungen über das zweite Hilfspaket den Reformdruck auf die Regierung in Athen noch einmal erhöht und Senkungen des Mindestlohns und des Urlaubsgelds verlangt. Es stehe auf des Messers Schneide, sagt Finanzminister Evangelos Venizelos.

Quelle: n-tv.de

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