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Ausverkauf nach Wiedereröffnung: Athens Börse erlebt Rekord-Verlust

Nach wochenlanger Zwangspause öffnet die griechische Börse wieder - aber gleich zu Beginn geht es mit ihr dramatisch bergab. Am Ende bleibt ein Minus von mehr als 16 Prozent. Es ist der größte Tagesverlust, den die Börse je erlebt hat.

Rekordsturz nach der fünfwöchigen Zwangspause: An der Börse in Athen sind die Kurse am Montag nach einer fünf Wochen langen Schließung um mehr als 16 Prozent in die Tiefe gerauscht. Das war der tiefste Fall binnen eines Handelstags in der Geschichte der Börse. Einen ähnlich tiefen Absturz der Kurse hatte es nach Angaben des Börsenbetreibers im Dezember 1987 gegeben. Damals rauschten die Kurse um 15,3 Prozent in die Tiefe.

Der Leitindex Athex schmierte gleich zu Handelsbeginn ab. Wenige Minuten nach dem Börsenstart hatte er bereits knapp 23 Prozent verloren - unter anderem weil die Kurse der Banken dramatisch einbrachen. Aber auch andere Großkonzerne büßten heftig ein, darunter der Stromversorger PPC, der Wettanbieter Opap und der Telekommunikationskonzern OTE, an dem die Deutsche Telekom beteiligt ist. "Die politische Unsicherheit ist so groß, dass es eine Weile benötigt, bis das Vertrauen der Anleger in griechische Vermögenswerte wieder hergestellt ist", sagte Gary Jenkins von LNG Capital.

Trotz des wiedereröffneten Handels galten weiterhin Einschränkungen: Anleger, die ihr Geld bei griechischen Banken haben, werden bis auf Weiteres nur dann Aktien kaufen oder verkaufen können, wenn sie dafür Geldmittel aus dem Ausland bringen oder Bargeld anlegen, erklärte Botopoulos.

Schwacher Griechenland-ETF deutete Verluste bereits an

Der Präsident des Kapitalmarkt-Kommitees, Kostas Botopoulos, hatte zuvor bereits dem griechischen Fernsehensender Skai gesagt, dass er am ersten Handelstag mit erheblichen Verlusten rechne. "Die Börse (...) wird Druck bekommen. Das gilt auch für die Banken angesichts der Tatsache, dass sie rekapitalisiert werden sollen", sagte Botopoulos.

Die Börse hatte ab dem 29. Juni den Handel ausgesetzt, nachdem der griechische Premierminister Alexis Tsipras ein Referendum angekündigt hatte, in dem die Bevölkerung über die Bedingungen der Gläubiger für weitere Hilfszahlungen abstimmen sollte. Mit dieser Ankündigung setzten Turbulenzen an den weltweiten Aktienmärkten ein. Die Börse in Luxemburg setzte einige griechische Staats- und Unternehmensanleihen vom Handel aus.

Der Rückschlag kam indes wenig überraschend. Auch wenn die Börse geschlossen war, konnten Anleger doch auf griechischen Aktien setzen, indem sie beispielsweise den in New York gelisteten Global X FTSE Greece 20 ETF handelten. Er bildet den griechischen Aktienmarkt ab und gab in den vergangenen fünf Wochen knapp 20 Prozent nach.

Quelle: n-tv.de

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