Wirtschaft
Yanis Varoufakis.
Yanis Varoufakis.(Foto: dpa)
Dienstag, 28. April 2015

Varoufakis verliert an Einfluss: Athens Börse legt zu

Die Verhandlungen zwischen Griechenland und den Gläubigern wird künftig nicht mehr Finanzminister Varoufakis leiten. Am Aktien- und am Anleihemarkt seines Heimatlandes kommt das gut an.

Dass Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis in den Verhandlungen mit den Geldgebern nicht mehr die führende Rolle einnimmt, ist an den Finanzmärkten als gute Nachricht aufgefasst worden. Sie rechnen nun mit besseren Chancen für eine Einigung.

An der Athener Börse legte der Athex Large Cap - Index der 25 größten Unternehmen an der Athener Börse - den zweiten Tag in Folge zu und gewann im Verlauf 0,8 Prozent auf 240 Punkte. Am Montag war er um 4,5 Prozent gestiegen: Gegen Mittag war Schwung in das Geschäft gekommen, als über eine Teilentmachtung von Varoufakis berichtet wurde.

Künftig soll nicht mehr Varoufakis die Gespräche mit den Gläubigern leiten, sondern Vize-Außenminister Euclid Tsakaloto. Auch er ist Ökonom, gilt aber als umgänglicher. Varoufakis war vom Euro-Finanzministertreffen in Riga mit leeren Händen nach Hause zurückkehrt und hatte sich später darüber beklagt, er werde "gehasst". Danach war der Ruf nach seinem Rücktritt lauter geworden.

Vor allem Bank-Aktien profitieren

Mit dem Schritt nimmt Regierungschef Tsipras seinen Finanzminister aus der Schusslinie. Zugleich sprach er ihm demonstrativ das Vertrauen aus.

"Es sieht so aus, als ob sich die Dinge ändern in Athen", sagte ein EU-Diplomat in Brüssel. "Wer auch immer mit uns verhandelt muss ein Mandat haben und wissen, worüber er spricht. Das ist das einzige, was uns interessiert."

Vor allem die Bank-Aktien legten zu und bauten die kräftigen Gewinne des Vortags weiter aus, als sie teilweise zweistellig gewannen. Alpha Bank stiegen am Dienstag  2,3 Prozent und National Bank um 5,9 Prozent. Die Papiere Bank Piräus verteuerten sich um 1,6 Prozent, die der Eurobank Ergasias um 3,1 Prozent.

Während die Aktienkurse stiegen, gingen die Renditen für griechische Staatsanleihen zurück. So fiel die Rendite von zehnjährigen Bonds auf 11,5 Prozent.  

Quelle: n-tv.de

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