Wirtschaft
(Foto: Suntech Power)

Hoffenheims Trikotsponsor am Ende: Solarriese Suntech ist pleite

Die Solarbranche vermeldet die nächste Insolvenz. Diesmal trifft es aber kein deutsches Unternehmen sondern den chinesischen Konzern Suntech - einen der weltweit größten Hersteller von Sonnenkollektoren und in Deutschland bekannt als Trikotsponsor des Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim. Die Produktion soll zunächst weiterlaufen, der Aktienkurs ist bereits im Keller.

Im vergangenen Jahr hat es reihenweise deutsche Solarfirmen erwischt. Nun ist dem einst größten Hersteller von Solarzellen, der chinesischen Suntech, das Geld ausgegangen. Eine Gruppe von Gläubigern hat bei einem chinesischem Gericht die Sanierung des Unternehmens im Insolvenzverfahren beantragt, wie Suntech, Trikotsponsor des Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim, mitteilte. Das Gericht werde in den nächsten Tagen über den Antrag der acht chinesischen Banken entscheiden. Die Produktion soll unterdessen weiterlaufen, ergänzte der Konzern. Suntech schuldet den Banken laut der Nachrichtenagentur Xinhua bis zu 7,1 Mrd. Yuan, das sind umgerechnet 870 Mio. Euro.

Die an der New Yorker Börse notierte Suntech hatte zuvor Schulden in Höhe von 541 Mio. Dollar nicht wie vereinbart zurückgezahlt. Nun waren weitere Gläubiger betroffen, hieß es vom Unternehmen.

Anfang vergangener Woche hatte sich noch ein Ausweg aus der Misere angedeutet. Suntech traf mit etwa 60 Prozent seiner Anleihegläubiger eine Stundungsvereinbarung. Diese stimmten zu, dass Suntech seine Schulden erst am 15. Mai zurückzahlen muss.

 

Die in der Nähe von Schanghai ansässige Suntech ist einer der weltgrößten Hersteller von Solarmodulen. Ein weltweites Überangebot an Solarmodulen, sinkende Preise und Anti-Dumpingzölle der USA gegen chinesische Solarkonzerne haben Suntechs Gewinne einbrechen lassen. Suntech hatte sich zuletzt erfolglos nach einem Retter umgeschaut, der dem Unternehmen mit einer Finanzspritze unter die Arme greifen sollte.

Sollte der Konzern Gläubigerschutz auch in den USA beantragen oder die Anleihenbesitzer erfolgreich das unfreiwillige Insolvenzverfahren durchsetzen können, wäre das die größte Pleite eines an westlichen Börsen notierten chinesischen Unternehmens seit Jahren.

Ungeachtet der Probleme in der Solarbranche in den USA und in Europa hat China seine Solarfirmen bislang immer unterstützt. Im Dezember kam dann aber die Kehrtwende, als der Staatsrat signalisierte, die mit Verlust arbeitenden Solarunternehmen nicht länger finanziell unter die Arme zu greifen.

Aktien brechen ein

Im Zuge des Ausbaus der Kapazitäten in den Jahren 2009 bis 2011 hatten sich die Solarfirmen hoch verschuldet. Zwar ist auch die Nachfrage von Jahr zu Jahr gestiegen, allerdings nicht so stark wie das Angebot. Solarhersteller sahen sich deshalb dazu gezwungen, die Kosten zu senken und Abschreibungen vorzunehmen. Gleichzeitig suchten sie ihr Heil in neuen Märkten. Besonders unter Druck geraten ist die Nachfrage in Europa, eine Folge der Wirtschaftskrise in der Region sowie der Reduzierung der Subventionen für Solarenergie.

Die auch in Deutschland gelisteten Aktien stürzten nach der Mitteilung um 50 Prozent auf ein Rekordtief von 0,24 Euro. Auch der deutsche Branchenprimus Solarworld kämpft ums Überleben. Ihm macht auch die Billigkonkurrenz aus China zu schaffen. Die ganze Branche kämpft mit dem Abbau staatlicher Zuschüssen, Überkapazitäten und einem Preisverfall.

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Quelle: n-tv.de

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