Wirtschaft
(Foto: picture alliance / Tobias Hase/d)

Willkommen beim DLD: Auf ein Weißbier mit dem Roboter

Von Carola Ferstl

In München treffen sich rund 1200 Meinungsmacher und Experten aus der digitalen Welt beim "DLD" und diskutieren über die Zukunft von Mensch und Maschine. Worüber? Roboter, Cyber-Sicherheit und Fake News sind nur einige der vielen Themen.

Ein Professor, der durch Roboter die Sprache der Bienen versteht, ein Kardinal, der über die Zukunft der Arbeit in der digitalen Welt nachdenkt und eine weltberühmte Aktrice, die sich die Ehre gibt. Willkommen beim DLD, der Zukunftskonferenz "digital, life. Design", die bereits zum 13.Mal in München stattfindet und schon längst aus dem Schatten des nachfolgenden World Economic Forums herausgetreten ist. Was sich nicht zuletzt daran zeigt, das immer weniger Referenten nach den drei Tagen in der bayerischen Hauptstadt den Shuttle in die Schweizer Berge nehmen , um in Davos dabei zu sein.

Allen voran die  quirlige Frontfrau Steffi Czerny hat es geschafft, mit dem DLD einen Marktplatz der digitalen Wirtschaft und ein Networking-Event zu schaffen , auf dem sich junge Start-up-Unternehmer genauso gern mit Investoren vernetzen, wie gestandene CEOs am Abend mit Wissenschaftlern aus der ganzen Welt ein zünftiges Bier in einem der traditionellen Wirthäuser zu trinken.

Was sind die Themen in diesem Jahr? Das autonome Auto ist schon bald ein "Urgestein" der digitalen Welt und beim DLD wird die Geschichte dann auch fortgeschrieben.

Zum Beispiel mit der Sprache der Bienen. Der junge Professor Tim Landgraf von der FU Berlin erforscht mit Hilfe von Robotern die komplexe Kommunikation der schlauen Honigsammler. Dazu schiebt er einen Mini-Roboter, der aussieht, wie ein kleiner Plastikschlauch, aber eigentlich einen ganzen Computer in sich trägt, in einen Bienenstock und lässt den Roboter mit den Tieren tanzen. Denn so funktioniert die "Sprache" der Bienen. Ein Wackeln und Drehen, ein Anstupsen und Wegstoßen, jede der einzelnen Bewegungen ergibt ein Muster, mit dem die anderen Bienen den Weg zu den besten Nahrungsstellen finden können. Wie eine geheimnisvolle Landkarte geben die Tiere die Information weiter. Faszinierend aus Sicht eines Tierforschers, noch interessanter aber für Mobilitäts-Forscher , die in selbstfahrende Autos mit Hilfe der Bienen vielleicht bald ganz neue Arten von Navigationsmöglichkeiten einbauen können.

Das Thema Cyber-Sicherheit wird ebenfalls schon lange auf dem DLD bearbeitet. In diesem Jahr sitzt Lea Tarnowsky von Averon auf dem Panel. Ihr ist es ein Rätsel, dass so viele Menschen noch immer "12345" oder "passwort" als Passwort in ihren Geräten und auf ihren Konten haben. Selbst der Iris-Scan könne inzwischen von Hackern schon im Darknet gekauft werden. Ihr Unternehmen bietet dagegen eine ganz neue Art der Internet-Sicherheit an, bei der die Identifizierung einzig und allein über das Handy des Nutzers geschieht. Passwort-Dschungel, ade!

Fake-News sind das Thema der Stunde . Kurz vor der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten ist die Diskussion entbrannt, wie man Fake news erkennen kann, ob man das Netz kontrollieren darf und muss und welche Auswirkungen Fake News auch auf unsere Wahl in Deutschland haben werden. Mag sein, das der Zeitpunkt zufällig mit dem DLD zusammenfällt , auf dem auch Vertreter von Facebook Rede und Antwort stehen. Aber zeitgenau kündigte das Unternehmen speziell für Deutschland besondere Maßnahmen gegen Fake-News an.

Reinhard Kardinal Marx macht sich Gedanken um die Zukunft der Arbeit mit einer , die es aus der Praxis weiß. Siemens Personalvorstand Janina Kugel kennt Gott und die Welt, wenn man es so sagen kann. Mit rund 350.000 Mitarbeitern rund um den Globus sicher eine der profiliertesten Human Resource Expertinnen, die es gibt. Ihrer Meinung nach führt die Digitalisierung nicht nur zu einem Abbau, sondern zu einer Veränderung von Arbeit. Wichtig für die Zukunft sei eine breite digitale Bildung von Kindern und Jugendlichen.

Isabella Rosselini bringt als Schauspielerin den Glamour an die Isar. Auch dafür steht die DLD-Konferenz: immer wieder überraschend zu sein. Kein Wunder, das es inzwischen Ableger in Tel Aviv, New York und Tokio gibt. Vielleicht sogar bald einen in Berlin. Die Hauptstadt rühmt sich ja bereits, die Digital-Capitale des Landes zu sein. Wir dürfen gespannt sein, welche neuen Impulse die Münchner Netzwerker im Gepäck haben.

Quelle: n-tv.de

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