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Milliardenlücke beim Pannen-Flughafen: Aufsichtsrat in heißer Sitzung

Wann der neue Hauptstadtflughafen BER eröffnet wird, steht weiter in den Sternen. Klar ist aber, dass schon jetzt milliardenschwere Mehrkosten anfallen, und auch die Fluggesellschaften sitzen den Betreibern mit möglichen Regressforderungen im Nacken. Der Aufsichtsrat des Flughafenprojekts muss deshalb heute Antworten finden, wo das Geld herkommen soll - und das ist nur eine von vielen Baustellen.

Chefaufseher Klaus Wowereit will eine staatliche Finanzspritze für BER.
Chefaufseher Klaus Wowereit will eine staatliche Finanzspritze für BER.(Foto: dapd)

Auf dem weiterhin unvollendeten Hauptstadtflughafen im Süden von Berlin sucht der Aufsichtsrat heute Antworten auf die zahlreichen offenen Fragen bei dem Projekt. Im Mittelpunkt dürfte stehen, wie die Mehrkosten von bis zu 1,17 Mrd. Euro aufgebracht werden sollen. Eine weitere staatliche Finanzspritze deutet sich an, damit der Betreibergesellschaft am Jahresende nicht das Geld ausgeht. In der schwarz-gelben Regierungskoalition im Bund gibt es dagegen jedoch Widerstand.

Über den Eröffnungstermin wird es nach Angaben aus Gesellschafterkreisen keine Entscheidung geben. Das zuletzt genannte Datum im März 2013 steht seit Wochen auf der Kippe. Zuletzt verdichteten sich die Anzeichen dafür, dass die Eröffnung zum dritten Mal verschoben wird. Darüber will der neue Flughafen-Technikchef Horst Amann dem Vernehmen nach aber erst zur nächsten Aufsichtsratssitzung am 14. September entscheiden.

Die Eröffnung und Inbetriebnahme am 3. Juni dieses Jahres war kurzfristig geplatzt, weil der Flughafen nicht fertig ist. Bis heute ist nicht klar, wann die Brandschutzanlage funktioniert.

Im Aufsichtsrat sitzen die Vertreter der Eigentümer, darunter für Berlin und Brandenburg die SPD-Regierungschefs Klaus Wowereit und Matthias Platzeck, außerdem für den Bund der CDU-Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast forderte im "Tagesspiegel", den Flughafenchef Rainer Schwarz zu entlassen. "Nach meiner Überzeugung ist das Vertrauen in den Flughafenchef nicht länger gerechtfertigt", sagte Künast.

Der Verband der Fluggesellschaften hat das Durcheinander um die Eröffnung des Flughafens kritisiert. "Unsere Mitgliedsfirmen kommen mit dieser Situation überhaupt nicht zurecht", sagte der Generalsekretär des Airline-Verbandes BARIG, Michael Hoppe, gegenüber HR Info. Komplexe Abläufe und Personalplanungen müssten wegen der Verschiebung des Eröffnungstermins ständig geändert werden. Mehrere Gesellschaften prüften derzeit, in welcher Höhe sie Regressforderungen geltend machen könnten, sagte Hoppe.

Der FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzende Rainer Brüderle ist gegen zusätzliche Mittel vom Bund für den Berliner Hauptstadtflughafen. "Es kann nicht sein, dass Berlin diese Chaos-Kosten auf den Bund abschiebt", sagte der frühere Bundeswirtschaftsminister der "Berliner Morgenpost". "Herr Wowereit macht die Stadt immer mehr zum internationalen Gespött."

Auf der Tagesordnung des Aufsichtsrats stehen auch der Fall eines mutmaßlichen Islamisten im Flughafen-Wachschutz, der Streit um den Lärmschutz für die Anwohner und Baumängel im neuen Terminal an der Berliner Stadtgrenze.

Quelle: n-tv.de

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