Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Starker Dollar verteuert Exporte: Außenhandel bremst US-Wachstum

Die Verbraucher sind konsumfreudig, die Unternehmen investieren - der schwächelnde Außenhandel bremst jedoch das Wachstum der US-Wirtschaft. Das Plus im dritten Quartal fällt geringer aus als prognostiziert.

Die US-Wirtschaft wächst langsamer als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte nach den Daten der dritten Veröffentlichung auf das Jahr hochgerechnet um 2,0 Prozent zum Vorquartal zu. Das teilte das US-Handelsministerium nach endgültigen Berechnungen mit. Bei der zweiten Veröffentlichung war ein Plus von 2,1 Prozent genannt worden. Ökonomen hatten mit einer Abwärtsrevision auf 1,9 Prozent gerechnet.

Im Frühjahr war die weltgrößte Volkswirtschaft mit 3,9 Prozent noch fast doppelt so schnell gewachsen. Die Daten legen nahe, dass die US-Wirtschaft im Jahr 2015 ein weiteres Jahr mit einem stetigen, aber unspektakulären Wachstum erleben wird. Die Impulse kommen vom festen Arbeitsmarkt, starken Immobilienverkäufen und Lohnsteigerung in einigen wenigen Bereichen.

Konsumfreudige Verbraucher, investierende Unternehmen

Größte Konjunkturstütze bleiben die konsumfreudigen Verbraucher. Sie gaben drei Prozent mehr aus. Die Unternehmen investierten zudem mehr in Ausrüstungen wie Maschinen, auch für den Hausbau wurde mehr Geld ausgegeben. Dagegen bremste der Außenhandel, weil die Importe schneller wuchsen als die Exporte. Letzteres liegt auch am starken Dollar, der die Exporte verteuert.

Wie das US-Handelsministerium weiter mitteilte, stieg der als alternatives Inflationsmaß verwendete Deflator für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) annualisiert um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die vorläufige Zahl wurde damit bestätigt. Im zweiten Quartal hatte sich der PCE-Deflator um 2,2 Prozent erhöht. Vor allem die US-Notenbank favorisiert den PCE-Deflator bei ihren geldpolitischen Analysen.

Der BIP-Deflator, ein weiteres Inflationsmaß, stieg im dritten Quartal um 1,3 Prozent, nachdem im zweiten Jahresviertel eine Steigerung um 2,1 Prozent verzeichnet worden war. Volkswirte hatten im Konsens eine Rate von 1,3 Prozent erwartet. Der BIP-Deflator misst die Preisentwicklung anhand aller produzierten Waren und Dienstleistungen. Die Verbraucherpreise werden dagegen mittels eines repräsentativen Warenkorbs erhoben.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen