Dienstag, 06. Oktober 2009
Notenbank hebt Leitzins an: Australien erwacht
Die australische Notenbank hat ihren Leitzins zum ersten Mal seit Beginn der Finanzkrise im Frühjahr 2008 erhöht. Wegen der wieder anziehenden Wirtschaft und besserer Aussichten werde der Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent angehoben, teilte die Notenbank mit.
Australien hat als einziges Industrieland im vergangenen Jahr eine Rezession vermeiden können.
(Foto: REUTERS)
Notenbank-Gouverneur Glenn Stevens deutete in seinem Begleittext an, dass diese Zinsstraffung der erste Schritt eines Erhöhungszyklus sein könnte, um das Zinsniveau zu normalisieren. Im Herbst 2008 und Frühjahr 2009 seien die Zinsen in Erwartung einer sehr schwachen Wirtschaft und beträchtlichen Abwärtsrisiken gesenkt worden. "Die Basis für ein solch niedriges Zinsniveau ist nun nicht mehr gegeben", erklärte der Währungshüter.
Die Währungshüter Australiens hatten im Zuge der Finanzkrise wie alle Notenbanken weltweit den Zinssatz, zu dem sich Banken Geld von der Notenbank leihen können, kräftig gesenkt. Vor der Krise hatte der Leitzins in Australien bei 7,25 Prozent gelegen. Die australische Notenbank hatte ihn dann in sechs teils deutlichen Schritten um 4,25 Prozentpunkte reduziert - zuletzt im April. Damals wurde der Leitzins allerdings nur noch um 0,25 Prozentpunkte zurückgenommen.
Australien hat als einziges Industrieland im vergangenen Jahr eine Rezession vermeiden können, teilweise wegen der historisch schnellen Zinslockerungen der Notenbank und einem großen Konjunkturpaket der Regierung. Zudem erlitt das starke Bankensystem des Landes relativ geringe Verluste durch faule Kredite, während die immer noch starke Nachfrage Chinas nach Kohle und Eisenerz die australische Rohstoffindustrie stützt.
dpa/DJ
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