Wirtschaft
Der deutsche Autobauer Audi setzt bei der Technik-Messe CES in Las Vegas einen Meilenstein für selbstfahrende Autos.
Der deutsche Autobauer Audi setzt bei der Technik-Messe CES in Las Vegas einen Meilenstein für selbstfahrende Autos.(Foto: picture alliance / dpa)

Investitionen und liberale Gesetze: Autobauer fordern Zukunftsschub von Politik

Sie gelten als die großen Zukunftsthemen des Autoverkehrs: elektrisch angetriebene sowie selbständig fahrende Autos. Doch beide Entwicklungen kommen in Deutschland nicht so richtig in Fahrt. Nun drängen Hersteller die Politik zum Handeln.

Die Zukunft vom elektrischen Autoverkehr auf Deutschlands Straßen lässt weiter auf sich warten: Die Zahl der Elektroautos in Deutschland ist nach wie vor gering. Im Jahr 2014 waren laut Kraftfahrtbundesamt 8522 neu zugelassen worden, hinzu kommen 27.435 Hybrid-Autos. Zum Vergleich: Insgesamt waren im vergangenen Jahr 3,04 Millionen Pkw neu zugelassen worden.

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Die niedrigen Preise an den Tankstellen erschweren es derzeit den Autoherstellern nach Einschätzung des Branchenverbandes VDA, mehr Elektroautos zu verkaufen. "Kurzfristig wird es schwieriger, alternative Antriebe in den Markt zu bringen", äußerte sich VDA-Präsident Matthias Wissmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gegenüber.

Nun soll die Politik eingreifen und in die nötige Infrastruktur investieren.  "Wir müssen jetzt den Weg bereiten, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen", sagte Wissmann. Auch weil Mineralöl mittel- und langfristig wieder "knapper und teurer" werde.

"Ladeinfrastruktur auf 8000 Stationen verdoppeln"

"Bund, Länder und Gemeinden sollten sich zu einer breiten Beschaffungsinitiative durchringen und in Ladesäulen und Elektroautos investieren. Auch die private Energiewirtschaft ist hier gefordert." In den nächsten zwei Jahren sollte es eine Verdoppelung der öffentlichen Ladeinfrastruktur auf dann 8000 Stationen geben.

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Dem Branchenblatt "Automobilwoche" sagte Wissmann, die Politik müsse im Interesse ihrer Klimaziele alternative Antriebe nachhaltig unterstützen. "Die Möglichkeiten hierfür sind vielfältig. Das reicht von einer Sonderabschreibung für gewerbliche Nutzer - Firmenwagen und Flotten sind schließlich Türöffner für die Elektromobilität - bis zu Beschaffungsinitiativen der öffentlichen Hand."

Auch um einer weiteren Zukunftstechnologie, dem "autonomen Fahren", hierzulande auf die Sprünge zu helfen, fordern Hersteller nun das Eingreifen des Staates: Ohne liberalere Regeln auf heimischen Straßen drohe ein Standortnachteil, sagte Audi-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg dem Magazin "Wirtschaftswoche". "Da müssen unsere Ministerien handeln. Sonst fahren wir hierzulande hinterher."

Sind andere Länder schneller als Deutschland?

Selbstfahrende Autos waren ein zentrales Thema der eben erst beendeten Technikmesse CES in Las Vegas. Audi ließ dort einen Wagen "autonom" rund 900 Kilometer aus dem Silicon Valley nach Las Vegas fahren. Auch Daimler präsentierte auf der CES seine Vision für ein selbstfahrendes Auto der Zukunft. Der silberne Mercedes-Prototyp fuhr auf die Bühne nach einer Tour durch die Wüste und die Hotel-Meile der Glücksspiel-Stadt.

Hackenberg geht davon aus, dass andere Länder früher als Deutschland Regelungen zum autonomen Fahren verabschieden werden. "Einige Länder werden die nötigen Gesetze rascher beschließen, etwa die USA und China." Weil in Kalifornien, Nevada und Florida Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr erprobt werden könnten, habe Audi derzeit seine Entwickler für das autonome Fahren in den USA konzentriert.

Quelle: n-tv.de

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