Wirtschaft
Matthias Wissmann: Handelshemmnisse träfen die engverzahnte Automobilindustrie empfindlich.
Matthias Wissmann: Handelshemmnisse träfen die engverzahnte Automobilindustrie empfindlich.(Foto: dpa)
Montag, 09. Januar 2017

"Zollfreiheit nicht infrage stellen": Autobauer warnen Trump

Handelshemmnisse würden gerade die exportorientierte Automobilindustrie schwer treffen. Das weiß auch VDA-Chef Wissmann und richtet einen eindringlichen Appell an den künftigen US-Präsidenten.

Die deutsche Automobilindustrie setzt darauf, dass ihnen der künftige US-Präsident Donald Trump keine Handelshemmnisse aufbürdet. Zusammenarbeit und offene Märkte, freier Handel und Direktinvestitionen seien zwei Seiten einer Medaille, sagte der Chef des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann zum Auftakt der Detroiter Automesse. Er hob die Bedeutung der deutschen Autobauer und ihrer Zulieferer für die amerikanische Wirtschaft hervor. Deutsche Hersteller hätten in den vergangenen sieben Jahren die Produktion in den USA auf 850.000 Einheiten vervierfacht. Jedes zweite deutsche Auto aus US-Produktion werde exportiert. 41 Prozent würden in den Vereinigten Staaten verkauft.

In der Automobilindustrie ist die Produktion zwischen Ländern und Regionen eng verzahnt. Handelshemmnisse würden dies behindern. "Und es wäre sicher auch klug, die Zollfreiheit des Nafta-Raums nicht infrage zu stellen", betonte Wissmann. Er vermied damit eine direkte Kritik an Trumps Androhung von Strafzöllen bei Fahrzeug-Importen aus Mexiko in die USA.

Der Republikaner hat mehrfach Unternehmen dafür angegriffen, dass sie Fabriken in Mexiko betreiben, vor allem die heimischen Autobauer General Motors und Ford. Zuletzt attackierte er auch den japanischen Hersteller Toyota und drohte diesem ebenfalls mit hohen Strafzöllen. Deutsche Autobauer hat Trump bisher nicht im Visier.

Für die weitere Entwicklung der Fahrzeugnachfrage in den USA zeigte sich der VDA verhalten optimistisch. Der Absatz an Pkw und Light Trucks werde 2017 voraussichtlich auf einem ähnlich hohen Niveau wie im abgelaufenen Jahr liegen. 2016 waren in den USA rund 17,5 Millionen Fahrzeuge neu auf die Straßen gekommen, ein Rekord. Wissmann sagte, er rechne mit einer steigenden Binnennachfrage, wenn Trump die angekündigten Infrastrukturprogramme und Steuererleichterungen umsetze. "Daher sind wir zuversichtlich, dass sich der Light-Vehicle-Markt in den USA in diesem Jahr gut entwickeln wird."

Quelle: n-tv.de

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