Wirtschaft
(Foto: dapd)

Schwieriges Jahr 2013: Autokrise nagt an Daimler

Moll-Töne bei Daimler: Die Stuttgarter verzeichnen einen schwachen Start ins Jahr 2013. Ein Grund ist der kriselnde europäische Automarkt. Auch in China hat das Dax-Unternehmen zu kämpfen. Laut Finanzchef Uebber sind Stellenstreichungen nicht geplant.

Die schwindende Auto-Nachfrage in Europa setzt dem Autobauer Daimler immer stärker zu. "Der Jahresauftakt 2013 war in vielen Märkten sehr schwach, da die Kunden insbesondere in Europa verunsichert sind", sagte Daimler-Finanzchef Bodo Uebber.

Daher schlug er für das erste Geschäftsvierteljahr Moll-Töne an: "Im ersten Quartal wird der operative Gewinn sehr deutlich unter dem des vierten Quartals 2012 liegen." Im Jahresverlauf sollte damit aber der Tiefpunkt erreicht sein, ist Uebber überzeugt. "Über die kommenden Quartale hinweg werden wir uns positiv fortentwickeln."

In Europa werden derzeit so wenig Neuwagen verkauft wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht, da sowohl die Pkw-Käufer in Südeuropa als auch Spediteure mit der Anschaffung neuer Fahrzeuge wegen der unsicheren Konjunkturaussichten zögern. "Die Nachfrage nach Pkw, Lkw und Transportern war in Europa noch verhaltener als von uns erwartet", räumte der Finanzchef ein. In Nordamerika und Japan sei der Jahresbeginn bei Trucks ebenfalls "eher schwach" ausgefallen.

Auch in China, dem größten Automarkt der Welt, werde Daimler länger brauchen, "bis wir auf einen kräftigen Wachstumspfad bei den Pkw-Verkaufszahlen zurückkehren", sagte der Manager. In China hatte sich Mercedes-Benz bis vor kurzem mit zwei Vertriebsgesellschaften selbst Konkurrenz gemacht und wurden von den Pkw-Konkurrenten BMW und Audi abgehängt. Der eigens für das Reich der Mitte ernannte Daimler-Vorstand Hubertus Troska soll dafür sorgen, dass Daimler wieder Anschluss findet.

Sorgenkind Pkw-Sparte

Im Schlussquartal 2012 hatte Daimler vor allem bei Mercedes-Benz kräftig Federn gelassen, da neben der Staatsschuldenkrise auch hohe Investitionen in neue Pkw- und Lkw-Modelle Tribut forderten. Der operative Gewinn der Kernsparte Pkw brach um knapp ein Drittel auf 848 Millionen Euro ein. Trotz Rekorderlösen, einer Bestmarke bei den Pkw-Verkäufen und eines gut 700 Millionen Euro schweren Sondererlöses aus dem Verkauf eines Aktienpakets am Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS schrumpfte der operative Konzerngewinn im vergangenen Jahr daher um zwei Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Im laufenden Geschäft büßte Daimler zehn Prozent Betriebsgewinn ein und erwirtschaftete lediglich 8,1 Milliarden Euro. Darüber wird Daimler auch im laufenden Jahr nicht hinauskommen - trotz der angepeilten Bestmarken bei Umsatz und Fahrzeugabsatz.

Größtes Sorgenkind von Daimler ist die Pkw-Sparte, die als einst unangefochtener Marktführer in der Oberklasse mittlerweile hinter BMW und Audi zurückgefallen ist und mit schwindender Ertragskraft kämpft. Im vierten Quartal belief sich der operative Gewinn von Mercedes auf lediglich 5,3 Prozent vom Umsatz, im Gesamtjahr waren es 7,1 Prozent. BMW kam 2012 auf 10,9 Prozent, der koreanische Hersteller Hyundai auf zehn Prozent.

Kein Personalabbau

Um BMW und Audi künftig auf die Plätze zu verweisen und bis spätestens 2020 wieder die Krone im Premium-Pkw-Markt zu erobern, hat Daimler Spar- und Effizienzprogramme aufgelegt. Konzernweit sollen bis Ende 2014 die Kosten um vier Milliarden Euro gedrückt werden, zwei Milliarden Euro sollen allein bei Mercedes-Pkw zusammenkommen. "Das für dieses Jahr bei Mercedes geplante Einsparziel von 30 Prozent werden wir erreichen", gab sich der Finanzvorstand überzeugt.

Von Personalabbau in den Pkw-Werken will der Manager nichts wissen: Dieser sei nicht zwingend, es gebe keine Entscheidungen über Stellenstreichungen. "Wir können die Fluktuation nutzen und angesichts steigender Absatzzahlen sowie sinkender Montagezeiten mit der gleichen Belegschaft effizienter werden", rechnete der Manager vor.

Quelle: n-tv.de

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